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Politik Stimmen der Nord-SPD zum Führungstrio
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17:10 03.06.2019
Foto: Serpil Midyatli bei einer Rede im Landtag.
Serpil Midyatli bei einer Rede im Landtag. Quelle: Carsten Rehder/dpa
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Berlin/Kiel

Die Festlegung der SPD-Spitze auf ein kommissarisches Führungstrio nach dem Rücktritt von Parteichefin Andrea Nahles ist für die schleswig-holsteinische Landesvorsitzende Serpil Midyatli der richtige Weg.

"Ich finde die Entscheidung gut, jetzt keine voreiligen Personalentscheidungen zu treffen und mit einem Trio, also im Team die nächsten Schritte vorzubereiten", sagte Midyatli am Montag. Manuela Schwesig, Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel hätten eine große Integrationskraft in der Partei. "Das ist jetzt genau der richtige Weg."

Simone Lange für Urwahl und Doppelspitze

Die frühere Herausforderin von Andrea Nahles um den SPD-Bundesvorsitz, Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange, setzt bei der Neuaufstellung der Partei auf eine Urwahl und eine Doppelspitze.

Sie bleibe bei dem, was sie schon 2018 gesagt habe, sagte Lange am Montag in Flensburg. Lange hatte gegen Nahles auf dem Bundesparteitag im April 2018 überraschend starke 27,6 Prozent geholt. Sie gilt als Vertreterin des linken Parteiflügels.

"Geht nicht um mich"

Die Frage, ob sie erneut kandidieren werde, ließ sie offen. "Es geht nicht um mich." Es gehe darum, den richtigen Weg einzuschlagen, um jemanden für den Bundesvorsitz zu finden. "Davon mache ich letzten Endes auch ein bisschen abhängig, wo ich mich wiederfinde."

Für die Erneuerung der SPD sei wichtig zu erkennen, dass es nicht mit dem Rücktritt einer Person getan sei, sagte Lange. "Wir brauchen neue Inhalte." Etwa bei den Themen Grundeinkommen und Gemeinwohlökonomie müsse die SPD die Spitze der Bewegung werden. Zudem müsse die Partei reformiert werden, um Vertrauen zurückzugewinnen. "Das geht nur durch Transparenz."

Dreyer, Schwesig und Schäfer-Gümbel übernehmen kommissarisch

Zuvor hatte die die engere Parteiführung dem SPD-Bundesvorstand vorgeschlagen, den Ministerpräsidentinnen von Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz, Schwesig und Dreyer, sowie dem hessischen SPD-Chef Schäfer-Gümbel kommissarisch die Leitung der Partei zu übertragen.

Nahles war am Vormittag im Parteivorstand offiziell zurückgetreten, nachdem sie den zur Ausübung ihrer Ämter als Fraktions- und Parteichefin notwendigen Rückhalt nicht mehr gespürt hatte.

Von RND/dpa