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Politik SPD will Beauftragten gegen die Einsamkeit in der Gesellschaft
Nachrichten Politik SPD will Beauftragten gegen die Einsamkeit in der Gesellschaft
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20:21 04.05.2019
Eine einsamer Seniorin mit Koffer und einem Familienfoto.
Eine einsamer Seniorin mit Koffer und einem Familienfoto. Quelle: imago/photothek
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Berlin

Die Zahl der Krankheiten, die durch Einsamkeit ausgelöst werden, sei bislang unterschätzt worden, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Karl Lauterbach, der „Welt am Sonntag“. Das beeinträchtige die Lebensqualität der Betroffenen und führe zu hohen Kosten, da die Behandlung dieser Krankheiten teuer sei, betonte Lauterbach laut Vorabmeldung. Er verwies auf Großbritannien, wo es bereits einen Regierungsbeauftragten für Einsamkeit und gesellschaftliche Einsamkeitsschäden gebe.

Auch Marcus Weinberg, familienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, kann sich nach eigenen Worten einen eigenen Bereich zur Koordinierung von Programmen und Maßnahmen gegen Einsamkeit auf Regierungsebene vorstellen. Es müsse mehr Angebote geben, die es einsamen Menschen ermöglichen, wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, sagte er der Zeitung.

Grüne wollen umfangreiche Studie

Christine Aschenberg-Dugnus, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP, bezeichnete ein eigenes Ministerium wie in Großbritannien hingegen als überflüssig. Allerdings müsse das Gesundheitsministerium das Problem erkennen und Präventionsprogramme auf den Weg bringen, sagte sie der „Welt am Sonntag“. Maria Klein-Schmeink von den Grünen sprach sich für eine umfangreiche Studie aus, um die gesellschaftlichen Folgekosten von Einsamkeit abschätzen zu können.

In den Industriestaaten steigt die Zahl der Menschen, die sich allein fühlen, so stark, dass Experten bereits von einer „Einsamkeits-Epidemie“ sprechen, wie es weiter hieß. Durch die Digitalisierung dürfte sich dieser Trend in den kommenden Jahren noch weiter verstärken - und hohe Kosten verursachen. Denn medizinische Behandlungen wie Therapien dauern lange und sind aufwendig. Zudem fehlen die Betroffenen auf dem Arbeitsmarkt.

Von epd/RND