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Politik Saudis werfen Iran „Kriegsakt“ vor
Nachrichten Politik Saudis werfen Iran „Kriegsakt“ vor
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15:19 06.11.2017
Gegenschlag: Eine saudische Rakete ist in Sanaa (Jemen) eingeschlagen. Zuvor war eine jemenitische Rakete in Riad abgefangen worden. Quelle: Foto: Dpa
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Riad/Dubai

Die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und Iran nehmen zu: Die von den Saudis geführte Militärkoalition im Jemen warf dem Iran am Montag einen „Kriegsakt“ vor. Der Frieden und die Sicherheit in der Region würden gefährdet.

Anlass für die scharfe Reaktion war eine im Jemen abgefeuerte Rakete, die auf dem König-Chalid-Flughafen in Riad abgefangen werden konnte. Sie soll von den Huthi im Jemen gestartet worden sein, die vom Iran unterstützt werden.

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Jahrelanger Konflikt im Jemen

Das ultrakonservative sunnitische Königreich und sein schiitischer Rivale Iran haben jeweils Interessen in dem jahrelangen Konflikt im Jemen. Das von Saudi-Arabien dominierte Militärbündnis bekämpft die vom Iran unterstützten Huthis seit März 2015 aus der Luft, um die international anerkannte Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi zurück an die Macht zu bringen.

Mit Blick auf die vermeintliche Unterstützung Irans, die Rakete an die Huthis geliefert zu haben, gab die Militärkoalition bekannt, das saudische Königreich behalte sich Reaktionen in „angemessener Zeit und Weise“ vor. Als erste Konsequenz schloss sie vorläufig alle Häfen und Airports im Jemen.

Iran nennt Donald Trump einen „Lügner“

US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag gesagt, aus seiner Sicht sei die Rakete vom Iran kontrolliert worden. Ein US-Abwehrsystem habe das Geschoss aber aufgehalten. Saudi-Arabien hatte das System von den Vereinigten Staaten gekauft. Der Iran wies die Äußerungen von Trump als „Lügen“ zurück.

Der saudi-arabische König Salman hat am Montag den überraschend zurückgetretenen libanesischen Ministerpräsidenten Saad Hariri empfangen. Hariri hatte am Samstag während seines Besuchs in Saudi-Arabien in einer im Fernsehen übertragenen Stellungnahme seinen Rücktritt erklärt. Darin warf er dem Iran vor, sich in arabische Angelegenheiten einzumischen. Der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz sagte er nach, den Libanon als Geisel zu halten.

Der Rücktritt hat den Libanon verblüfft. Die Regierung des kleinen Landes wurde ins Chaos gestürzt.

Abbas reist überraschend nach Riad

Auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas reiste am Montag überraschend nach Saudi-Arabien, um König Salman und Kronprinz Mohammed bin Salman zu treffen. Nach einem Bericht der israelischen Zeitung „Haaretz“ wird es bei dem Treffen zwischen Abbas und den Saudis vermutlich um die Verbindungen zwischen dem Iran und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas gehen.

In Saudi-Arabien waren am Wochenende zahlreiche Minister und Prinzen der königlichen Familie festgenommen worden. Hintergrund sind Korruptionsvorwürfe und die Gründung einer neuen Anti-Korruptions-Behörde. Diese wird geführt von Kronprinz Mohammed bin Salman.

Von Larissa Hinz/RND

06.11.2017
06.11.2017
Bastian Modrow 06.11.2017