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15:30 24.08.2012
Jassir Arafat: Der Tod des Palästinenserchefs vor acht Jahren gibt noch immer Rätsel auf. Quelle: Atef Safadi
.Lausanne

Um Proben von den sterblichen Überresten Arafats zu entnehmen, sollen Experten des Instituts für Radiophysik des Universitätsklinikums in Lausanne (CHUV) demnächst ins Westjordanland reisen. Entsprechende Schweizer Medienberichte wurden am Freitag von dem Institut bestätigt, ohne dass bereits Einzelheiten oder ein Termin genannt wurden.

Arafat war im November 2004 in einem Pariser Militärkrankenhaus unter ungeklärten Umständen gestorben. Die Palästinenser verdächtigen Israel, ihn vergiftet zu haben. Das Schweizer Institut war Anfang August von der Palästinenserbehörde in zwei Schreiben gebeten worden, bei der Lösung des Rätsels um die Todesursache zu helfen. Auch Witwe Suha Arafat hatte ihr Einverständnis für die Untersuchung gegeben.

Voraussetzung ist die Öffnung von Arafats Grab in Ramallah. Seine sterblichen Überreste ruhen in einem Sarg, der in einer Gruft unterhalb seines Mausoleums steht. Es wird davon ausgegangen, dass die Schweizer Experten in diese Gruft hinabsteigen, den Sarg öffnen und Proben nehmen.

Die CHUV-Fachleute hoffen laut Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS), das nach eigenen Angaben Einblick in die beiden Schreiben vom 2. und 8. August hatte, bis Ende des Jahres ein belastbares Ergebnis vorlegen zu können. Sie seien bereits seit zwei Wochen abfahrbereit.

Experten des CHUV hatten im Juli Kleidungsstücke Arafats untersucht, die er vor seinem Tod getragen haben soll. Daran stellten sie erhöhte Werte von Polonium 210 fest. Auch an Arafats Zahnbürste sowie an den Haaren waren Spuren des radioaktiven Isotops gefunden worden. Allerdings wiesen die Wissenschaftler darauf hin, dass diese vorläufigen Ergebnisse keine Beweise für eine Vergiftung Arafats seien. Suha Arafat reichte Ende Juli wegen der Hinweise aus Lausanne in Frankreich Klage ein wegen des Verdachts auf Vergiftung ihres Mannes.

Mit dem Gift Polonium 210 war 2006 in London der russische Ex-Geheimdienstagent und Regimekritiker Alexander Litwinenko getötet worden.

dpa

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