Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Politik Schwuler Abgeordneter verlässt Brasilien wegen Todesdrohungen
Nachrichten Politik Schwuler Abgeordneter verlässt Brasilien wegen Todesdrohungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:47 25.01.2019
Der schwule brasilianische Kongressabgeordnete Quelle: imago/Fotoarena
Rio de Janeiro

Der schwule brasilianische Kongressabgeordnete Jean Wyllys gibt eigenen Angaben zufolge wegen zunehmender Todesdrohungen seinen Posten auf und kehrt nicht aus dem Ausland nach Brasilien zurück. In einem Interview, das die Tageszeitung „Folha de S. Paulo“ am Donnerstag veröffentlichte, sagte Wyllys, er werde in der Bildung arbeiten, wo, sagte er nicht.

Todesdrohungen gegen Wyllys sollen zugenommen haben

Wyllys war im Oktober wiedergewählt worden. Er sollte im Februar seine dritte Amtszeit antreten. Die Todesdrohungen gegen ihn hätten deutlich zugenommen, seit im März die Stadträtin Marielle Franco mit ihrem Fahrer erschossen worden sei, sagte Wyllys. Franco war eine Freundin von Wyllys. Franco war schwarz, lesbisch und stammte aus einem der gefährlichsten Elendsviertel von Rio de Janeiro. Bislang wurde niemand wegen des Mordes festgenommen. Wyllys hat Personenschutz genommen.

Wyllys legte sich heftig mit Präsident Bolsonaro an

Wyllys legte sich häufig mit dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro an. Bolsonaro hat in der Vergangenheit schwulenfeindliche, rassistische und sexistische Worte von sich gegeben. Bei der wohl öffentlichsten Auseinandersetzung zwischen ihnen spuckte Wyllys im Unterhaus auf Bolsonaro.

Wyllys sagte im Interview, seine Entscheidung wegzugehen, ergebe sich nicht aus dem größeren Einfluss von Bolsonaro. Sie gehe auf das Klima scharfer Rhetorik und zunehmender Gewalt gegen Mitglieder der Lesben-, Schwulen, Bisexuellen- und Transsexuellengemeinde zurück.

Auf Twitter und Facebook schrieb Wyllys: "Ein bedrohtes Leben zu bewahren, ist auch eine Strategie, um für bessere Zeiten zu kämpfen."

Von RND/AP/jw

Die Kosten für die Reparatur des 1958 gebauten Segelschulschiffes laufen aus dem Ruder. Für den Wehrbeauftragten Hans-Peter Bartels ein besonders spektakuläres Beispiel in einer Reihe von Problemfällen.

25.01.2019

Kann es im Streit über einen der weltweit wichtigsten Abrüstungsverträge noch einen Ausweg geben? An diesem Freitag wollen Vertreter Russlands und der Nato noch einmal einen Versuch starten.

25.01.2019

Der Landtag befasst sich am Freitag in Kiel mit den Auswirkungen der Sturmschäden seit Jahresbeginn auf die touristische Infrastruktur. Das Thema stand am Donnerstag auf der Tagesordnung, es wurde aber verschoben.

25.01.2019