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Politik Merkel dankt Seehofer per Facebook für „intensive Zusammenarbeit“
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14:41 16.11.2018
Ihre Zeit läuft ab: Angela Merkel (links) und Horst Seehofer. Quelle: AP Photo/Michael Sohn
München

Trotz aller früheren Streitigkeiten hat Kanzlerin Angela Merkel CSU-Chef Horst Seehofer nach dessen angekündigtem Rücktritt für seine Arbeit gedankt. „Ich habe Horst Seehofers Entscheidung mit Respekt zur Kenntnis genommen und danke ihm für 10 Jahre intensive Zusammenarbeit“, ließ die CDU-Chefin auf ihrer Facebook-Seite mitteilen.

Zwischen den beiden Parteichefs hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder große Meinungsunterschiede bei wichtigen Themen gegeben. Insbesondere Merkels Asylpolitik hatte der CSU-Chef immer wieder massiv attackiert.

Seehofer-Rücktritt am 19. Januar

Mit ihrem angekündigten Karriereende hatte Merkel wiederum auch den Druck auf Seehofer erhöht, sein Amt als Parteichef vorzeitig abzugeben.

CSU-Chef Horst Seehofer will den Parteivorsitz am 19. Januar abgeben - an dem Tag soll auf einem Sonderparteitag ein neuer Vorsitzender gewählt werden. Zu seiner Zukunft als Bundesinnenminister machte der 69-Jährige in einer schriftlichen Erklärung am Freitag keine Angaben.

Die Seehofer-Ankündigung im Wortlaut

In erstaunlich wenigen Sätzen hat CSU-Chef Seehofer das Ende seiner mehr als zehnjährigen Amtszeit als CSU-Chef erklärt. Die Deutsche Presse-Agentur dokumentiert seine Mitteilung im Wortlaut:

„Das Jahr 2019 soll das Jahr der Erneuerung der CSU sein. Ich werde deshalb für den 19. Januar 2019 zu einem Sonderparteitag der CSU mit Neuwahl des Parteivorsitzenden einladen. Zu diesem Zeitpunkt werde ich mein Amt als Parteivorsitzender zur Verfügung stellen. Auf dem Sonderparteitag wird die Parteibasis ausreichend Gelegenheit erhalten darüber zu diskutieren, wie die CSU wieder mehr Vertrauen in der Bevölkerung gewinnen kann. Zur Vorbereitung des Sonderparteitags wird am 17. Dezember 2018 eine Vorstandssitzung der CSU stattfinden.“

Stoiber: CSU-Vorsitz für Innenministerium nicht nötig

Auch ohne das Amt des CSU-Chefs kann Horst Seehofer laut Ex-Parteichef Edmund Stoiber Bundesinnenminister bleiben. „Er kann ein guter Innenminister sein, auch ohne den Parteivorsitz innezuhaben“, sagte Stoiber der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Samstag).

Jeder Innenminister habe in einem Kabinett einen besonderen Einfluss, weil die innere Sicherheit ein überragendes Gut sei. Der teilweise Rückzug Seehofers sei allerdings nicht optimal gelaufen. „Der Abgang aus der Politik ist nie einfach, aber letztlich war der Wunsch nach einem Generationswechsel in der Partei zu groß.“ Es sei nicht leicht, den richtigen Zeitpunkt zu finden.

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Von RND/dpa