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Politik Schwedischer Spitzenkandidat unter Grapsch-Verdacht
Nachrichten Politik Schwedischer Spitzenkandidat unter Grapsch-Verdacht
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14:54 20.05.2019
Der Spitzenkandidat der Schwedendemokraten, Peter Lundgren, soll angeblich einer Frau auf einem Parteitreffen im vergangenen Jahr an der Brust begrapscht haben. Quelle: pa/Janerik Henriksson/TT
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Stockholm

Ein Fall möglicher sexueller Belästigung erschüttert Tage vor der Europawahl die Schwedendemokraten. Einem Zeitungsbericht zufolge soll der Spitzenkandidaten der Rechtspopulisten, Peter Lundgren, einer Frau bei einem Parteitreffen im vergangenen Jahr an der Brust begrapscht haben.

Eine EU-Politikerin, die den Vorfall Medienberichten zufolge der Parteiführung gemeldet haben soll, wurde von den Rechtspopulisten von der Kandidatenliste gestrichen.

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Kristina Winberg habe sich in den vergangenen Jahren wiederholt tadelnswert und rücksichtslos verhalten, erklärte die Partei dazu. Sie habe sich mit Hilfe der Medien gegen Parteifreunde verschworen und verliere damit nicht nur Listenplatz vier für die EU-Wahl, sondern auch ihre Parteimitgliedschaft.

Lundgren räumt Vorwürfe teilweise ein

Die Zeitung „Expressen“ berichtete dagegen am Montag, eine der Ursachen für den Schritt könne gewesen sein, dass Winberg Zeugin des sexuellen Übergriffs Lundgrens gewesen sei. Ihr Ziel sei es nicht gewesen, der Partei Schaden zuzufügen, sagte Winberg der Zeitung. Vielmehr sei sie der Ansicht, der Vorfall sei inakzeptabel gewesen.

Mit den Vorwürfen konfrontiert räumte Lundgren in einem Interview des „Expressen“ ein, seine Hand unter Alkoholeinfluss auf die Brust der Frau gelegt zu haben. Er habe sie aber nicht begrapscht, die beiden seien weiterhin Freunde, sagte er dem schwedischen Radio.

Der „Expressen“ übertreibe in seinem Bericht, es gebe zudem keine Verbindung zwischen dem Vorgehen gegen Winberg und den Berichten über den Vorfall. Ähnlich äußerte sich Parteichef Jimmie Åkesson. Er sprach Lundgren das weitere Vertrauen seiner Partei aus.

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Von RND/dpa