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Politik Jamaika will A13 für Grundschullehrer
Nachrichten Politik Jamaika will A13 für Grundschullehrer
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07:01 27.02.2018
Von Ulf Billmayer-Christen
Foto: Grundschullehrer studieren inzwischen genauso lange wie alle anderen Lehrer - fünf Jahre.
Grundschullehrer studieren inzwischen genauso lange wie alle anderen Lehrer - fünf Jahre. Quelle: Felix Kästle
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Kiel

"Grundschullehrkräfte leisten wichtige Arbeit für unser Bildungssystem, werden aber deutlich schlechter besoldet als andere", sagte der Grünen-Finanzpolitiker Rasmus Andresen. "Deshalb ist es unser wichtigstes Ziel, Grundschullehrkräfte angemessen zu besolden." Gemeint ist eine Bezahlung nach A13. Bisher erhalten die mehr als 6000 Pädagogen (knapp 5800 Stellen) A12 und damit brutto rund 450 Euro im Monat weniger. Die Umstellung auf A13 würde das Land etwa 40 Millionen Euro jährlich kosten.

Die Grünen, die im Regierungslager zuerst eine Lanze für die Lehrer gebrochen hatten, erhalten Rückendeckung von der FDP. "Wir müssen in den nächsten Jahren an die Besoldung der Grundschullehrer herangehen", sagte Fraktionschef Christopher Vogt. Begründung: Grundschulkräfte müssen inzwischen wie Lehrer für andere Schulstufen fünf Jahre lang studieren. Zudem sind zwei Bundesländer vorgeprescht. Brandenburg und Berlin wollen nach Angaben der Lehrergewerkschaft GEW ab Januar 2019 allen verbeamteten Lehrern mindestens A13 zahlen.

Der CDU-Finanzpolitiker Ole-Christopher Plambeck geht ebenfalls davon aus, dass Schleswig-Holstein mittelfristig seine Grundschulkräfte besser bezahlt. Vertretbar ist das nach seiner Sicht aber erst, wenn Schleswig-Holstein keine Konsolidierungshilfen aus der Kasse anderer Bundesländer mehr erhalte. Diese Armenhilfe, jährlich 80 Millionen Euro, läuft im Prinzip 2019 aus.

Im Landeshaus wird deshalb erwartet, dass Jamaika 2019 im Zuge einer größeren Reform der Besoldungsstruktur auch die Grundschullehrer berücksichtigt, das allerdings unter der Voraussetzung weiterhin guter Konjunkturdaten.

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