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Politik Streit mit „Pocahontas“: Trump nennt DNA-Test „Betrug“
Nachrichten Politik Streit mit „Pocahontas“: Trump nennt DNA-Test „Betrug“
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18:10 16.10.2018
Ihre Herkunft ist zweifelsfrei geklärt: Die Zeichentrickfigur Pocahontas (links) stammt aus dem Hause Disney. Quelle: picture-alliance / dpa
Washington

Der amerikanische Präsident Donald Trump hat mit einer Gegenoffensive auf die Forderung von US-Senatorin Elizabeth Warren reagiert, Wettschulden von einer Million Dollar einzulösen. In mehreren Tweets arbeitete sich Trump am Dienstag an der Demokratin ab und beschimpfte sie als Schwindlerin, die die Öffentlichkeit mit einem gefälschten DNA-Test über ihre Herkunft täuschen wolle.

Trump stützt sich dabei auch auf ein Statement der „Cherokee Nation“, einer Vertretung des indigenen Stammes. Die zweifelt an der Aussagekraft des DNA-Tests. Ihn als vermeintlichen Beweis zu nutzen sei ungenau und falsch.

Trump hatte die Senatorin aus dem Bundesstaat Massachusetts schon in der Vergangenheit immer wieder angegriffen und öffentlich deren Angaben angezweifelt, wonach unter ihren Vorfahren amerikanische Ureinwohner sind. Er verspottet Warren regelmäßig als „Pocahontas“, eine berühmte Ureinwohnerin aus dem 17. Jahrhundert.

Bei einem Auftritt im Juli hatte Trump gesagt, sollte Warren 2020 für die oppositionellen Demokraten als Präsidentschaftskandidatin antreten, werde er sie zu einem DNA-Test auffordern. Er werde ihr dann sagen: „Ich werde Ihnen eine Millionen Dollar für Ihre bevorzugte Wohltätigkeitsorganisation geben, gezahlt von Trump, wenn Sie den Test machen und er zeigt, dass Sie eine Indianerin sind.“ Die Aussagen des Präsidenten sind auf Video dokumentiert.

Warren hatte daraufhin am Montag das Ergebnis eines vom „Boston Globe“ veröffentlichten DNA-Tests vorgelegt, wonach es „überzeugende Beweise“ dafür gibt, dass einer ihrer Vorfahren vor sechs bis zehn Generationen ein amerikanischer Ureinwohner war. Und: Sie forderte Trump auf, seine Wettschulden einzulösen. Trump ließ aber bereits am Montag erkennen, dass er nicht vorhat, das zu tun – und bestritt, dass er eine solche Wette je angeboten habe.

Elizabeth Warren hat sich mit Donald Trump angelegt. Quelle: Susan Walsh/AP

Viele Beobachter wunderten sich, warum Trump ausgerechnet gegen diese Vertreterin des stramm-linken Flügels der Demokratischen Partei so energisch wettert, obwohl Warren erst 2012 einen Sitz im Senat gewann und lange Zeit eher als Außenseiterin galt.

Angesichts der wachsenden Polarisierung in der US-Politik wandeln sich die Einschätzungen jedoch spürbar: Im Frühjahr 2016 besaß Warren ernsthafte Chancen, von Hillary Clinton als Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin nominiert zu werden, und nach der Wahl entwickelte sich die Juristin zur lautstarken Kritikerin des Präsidenten. Ganz unumwunden nannte sie Trump einen Betrüger – unter anderem wegen seiner undurchsichtigen Geschäftsmethoden.

Warren könnte Trump gefährlich werden

Als langjährige Professorin – unter anderem an der Harvard-Universität – verübelte sie es dem Immobilienmogul insbesondere, dass er eine „Trump-Universität“ aufbaute, die mit sogenannten Lockvogelangeboten junge Leute anziehen sollte. Tatsächlich befand ein New Yorker Gericht Trump 2014 für schuldig, verschiedene Richtlinien für Bildungsinstitute verletzt zu haben. Unmittelbar nach seiner Wahl zum Präsidenten zahlte er zudem mehr als 20 Millionen Euro, um die Einstellung sämtlicher Gerichtsverfahren zu erreichen, die im Zusammenhang mit seiner Affäre um die vermeintliche Trump-Universität standen.

Eine Niederlage, die den Wahlgewinner offenbar nachhaltig schmerzt: Der 72-Jährige rächt sich seitdem mit üblen Angriffen auf Warren, indem er ihr unter anderem vorwirft, sich auf indianische Vorfahren berufen zu haben, um einen Studienplatz an einer renommierten Universität zu erhalten. Ein Vorwurf, der sich schnell als unhaltbar herausstellte, da Warren nachweislich nur aufgrund ihrer guten Leistungen einen Studienplatz erhielt.

Das letzte Wort in der Auseinandersetzung zwischen Trump und Warren dürfte damit aber noch nicht gesprochen sein. Wie es in Kreisen der Demokratischen Partei heißt, will sich Warren wohl auch auf höchster Ebene mit dem politischen Quereinsteiger messen: im nächsten Präsidentschaftswahlkampf. Zunächst tritt Warren bei den Zwischenwahlen am 6. November wieder für ihren Senatssitz in Massachusetts an. Sie gilt als Favoritin.

Von Stefan Koch/dpa/RND

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