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Politik Streit um Zeitumstellung: Grüne fordern späteren Schulbeginn
Nachrichten Politik Streit um Zeitumstellung: Grüne fordern späteren Schulbeginn
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14:36 05.03.2019
Die Abschaffung der Zeitumstellung löst Diskussionen aus: Bei einer dauerhaften Sommerzeit ginge die Sonne im Winter zum Teil erst gegen 9.30 Uhr auf. Quelle: Patrick Seeger/dpa
Osnabrück/Düsseldorf

Die Abschaffung der Zeitumstellung auf EU-Ebene könnte Chaos auslösen. Denn die Mitgliedstaaten sollen künftig selbst entscheiden, ob sie dauerhaft die Sommer- oder die Winterzeit anwenden wollen. Die Abschaffung jedoch ist geplant – und soll 2021 kommen.

Der NRW-Landesvorsitzende der Grünen, Felix Banaszak, fordert in dem Kontext einen späteren Schulstart: „Die Länder sollten jetzt dringend prüfen, mindestens in den weiterführenden Schulen einen späteren Beginn des Unterrichts zu ermöglichen“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

„Ansonsten sitzen die Schulkinder bis zur großen Pause in der Dunkelheit.“ Bei einer dauerhaften Sommerzeit ginge die Sonne im Winter zum Teil erst gegen 9.30 Uhr auf.

Vereinbarkeit von Schulzeiten mit Berufszeiten

„Vor allem Jugendliche in der Pubertät haben ein natürliches Schlafbedürfnis, das konzentriertes Arbeiten so früh morgens erschwert“, sagte er. Daher sollte der Unterricht mindestens um eine Stunde später beginnen.

„Viele Eltern erleben, wie schwer es ihren Kindern fällt, früh morgens aufzustehen und in den Unterricht zu starten“, beschrieb der Landesvorsitzende. Das gelte besonders wenn der Schulweg aus langen Busfahrten bestehe.

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Viele Eltern sorgten sich allerdings auch um die Vereinbarkeit eines späteren Schulbeginns mit ihren eigenen beruflichen Erfordernissen, sagte Banaszak. „Um Betreuungsengpässe zu verhindern, braucht es den Ausbau entsprechender Ganztagsangebote, möglichst im Sinne eines rhythmisierten Ganztags, damit Betreuung morgens vor der dann ersten Unterrichtsstunde ein Angebot an allen Schulen wird.“

Die EU-Staaten müssen noch zustimmen

Die Pläne zur Abschaffung der Zeitumstellung in der EU sind am Montag einen kleinen Schritt vorangekommen. Der zuständige Verkehrsausschuss im Europaparlament in Brüssel stimmte für die Abschaffung im Jahr 2021. 23 Abgeordnete stimmten dafür, 11 dagegen, Enthaltungen gab es nicht.

In den kommenden Wochen soll das Parlamentsplenum abstimmen. Anschließend müssten noch die EU-Staaten zustimmen, bevor die halbjährliche Zeitumstellung abgeschafft werden könnte.

Im Kreis der EU-Verkehrsminister gibt es noch offene Fragen. Zuletzt hieß es hier ebenfalls, das halbjährliche Drehen an der Uhr könne 2021 abgeschafft werden. Das nächste Treffen der Verkehrsminister ist für Juni geplant.

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Die EU-Kommission hatte ursprünglich vorgeschlagen, die Umstellung schon 2019 abzuschaffen. Dafür gab es jedoch keine Mehrheit. Generell sollen die Mitgliedstaaten künftig selbst entscheiden, ob sie dauerhaft die Sommer- oder die Winterzeit anwenden wollen.

„Wir brauchen eine langfristige Strategie und einen EU-weit harmonisierten Ansatz der Mitgliedstaaten, denn der Binnenmarkt und der Verkehrssektor brauchen etwas Zeit, um sich auf die Änderung einzustellen“, sagte der SPD-Abgeordnete Ismail Ertug.

„Ich bin zuversichtlich, dass das Europäische Parlament in Kürze für die Abschaffung der Zeitumstellung stimmen wird“, sagte der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber. Eine rasche Änderung stehe und falle jedoch mit dem Engagement und Koordinierungsvermögen der einzelnen Regierungen.

Von RND/epd/ngo

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