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Politik Landespolizei will mehr Kräfte für Demos
Nachrichten Politik Landespolizei will mehr Kräfte für Demos
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09:00 30.03.2019
Von Frank Behling
Ob Demos, Fußballspiel oder Musikkonzerte: Um bestehende Kräfte zu entlasten, will die Polizei eine zweite Einsatzhundertschaft aufstellen. Die Rede ist von 120 zusätzlichen Beamten. Quelle: Carmen Jaspersen
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Kiel

Im Fokus steht die Schaffung eines Leitbilds. Ziel sei es zunächst, dass die Führungskräfte ihr Handeln selbst reflektierten. „Wir wollen zum Wohle der Bürger die Polizei zukunftssicher aufstellen“, fasste Torsten Holleck, Abteilungsleiter Polizei im Innenministerium, die Ausgangslage zusammen.

Besserer Umgang mit Kritik

Eine zentrale Aufgabe komme dabei der Führungskultur zu. „Da ist die Frage, wie geht die Polizei intern mit Kritik um? Welche Signale gehen von Führungskräften aus?“, erklärte Holleck. Ein erster Beschluss steht diesbezüglich bereits: Angehörige der Polizei sollen sich künftig mit ihrer Kritik an eine zentrale Anlaufstelle im Innenministerium wenden können.

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Zweite Einsatzhundertschaft soll für Entlastung sorgen

Ein weiterer Projektpunkt ist die Aufstellung einer zweiten Einsatzhundertschaft. „Der Standort ist noch völlig offen. Ziel ist es, durch diese Einsatzhundertschaft den Einzeldienst weiter zu entlasten“, sagte Landespolizeidirektor Michael Wilksen. Rund 120 Beamte soll die Einheit umfassen.

An Aufträgen wird es nicht mangeln. „Es gibt aus der Mitte der Gesellschaft einfach mehr Teilhabe an politischen Entscheidungen, und das bedeutet auch mehr Demonstrationen“, so der Polizeiführer. Hinzu kommen weitere Einsätze durch große Sportereignisse, Feste und auch Großveranstaltungen. 

Digitalisierung als Herausforderung

Ganz oben auf der Liste der Projektgruppe steht die Verbesserung der Trainingsmöglichkeiten. Ein neues Einsatzausbildungszentrum soll her. „Auch hier erhoffen wir uns durch das Projekt eine rege Diskussion“, so Wilksen.

Weitere Punkte sind zudem die Öffentlichkeitsarbeit und die Herausforderungen durch die Digitalisierung. „Die digitale Welt entwickelt sich mit einer Geschwindigkeit, in der wir es schwer haben Schritt zu halten“, sagt der Direktor des Landeskriminalamtes, Thomas Bauchrowitz.

Die Palette der Herausforderungen reicht dabei vom Sichern digitaler Spuren im Internet bis hin zum Auslesen von Speichermedien in Autos oder Haushaltsgeräten.

500 zusätzliche Stellen bis 2023

Deshalb brauche man mehr Personal, so Bauchrowitz. 500 zusätzliche Stellen sollen bis 2023 geschaffen werden. Die 120 Beamten der zweiten Einsatzhundertschaft kommen da noch drauf.

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