Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Politik Tausende Klagen über Kindesmissbrauch in US-Migrantenunterkünften
Nachrichten Politik Tausende Klagen über Kindesmissbrauch in US-Migrantenunterkünften
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:37 27.02.2019
Migranten aus Mittelamerika sitzen auf dem Grenzzaun zwischen Mexiko und den USA. Quelle: Eduardo Jaramillo/NOTIMEX/dpa
Washington

Bei US-Behörden sind tausende Beschwerden über sexuellen Missbrauch von Migrantenkindern in staatlich finanzierten Unterkünften eingegangen. Die Übergriffe sollen sich über einen Zeitraum von vier Jahren zugetragen haben, wie aus am Dienstag veröffentlichten Zahlen hervorgeht. Insgesamt seien 6000 Meldungen über Missbrauch eingegangen. Die Nachrichtenwebsite Axios hatte zunächst darüber berichtet. Viele der Vorwürfe richten sich gegen Mitarbeiter der Einrichtungen.

Die angezeigten Fälle umfassten etwa Klagen über unangemessene Berührungen. Aufsichtspersonen sollen Minderjährige zudem beim Duschen beobachtet und ihnen pornografische Videos gezeigt haben. In einigen Fällen ist von Fehlverhalten unter Kindern und Jugendlichen die Rede.

Von Oktober 2014 bis Juli 2018 waren beim Büro für die Umsiedlung von Flüchtlingen (ORR) 4556 Beschwerden eingegangen. 1303 weitere erhielt das Justizministerium, darunter 178 Fälle mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs durch Mitarbeiter in Einrichtungen. Der demokratische Abgeordnete Ted Deutch veröffentlichte die Zahlen des Gesundheits- und Sozialministeriums, bei dem das ORR angesiedelt ist, bei einer Kongressanhörung zu den von der Trump-Regierung forcierten Trennungen von Migrantenfamilien an der Grenze. Die Daten reichen auch in die Zeit der Vorgängerregierung unter Barack Obama zurück.

Vertreter des Gesundheits- und Sozialministerium betonten, dass ein Großteil der Vorwürfe sich nicht erhärtet hätte. Sie verteidigten zudem ihre Betreuung von Migrantenkindern.

Von RND/AP

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit Spannung wird das Treffen des US-Präsidenten mit Nordkoreas Machthaber erwartet. Denkbar wäre eine Friedenserklärung und die Schließung eines Atomkomplexes. Aber will Kim wirklich abrüsten?

27.02.2019

Die Briten führen ein wahnwitziges Spektakel der Selbstdemontage auf. Dennoch sollten die Europäer nicht der populistischen Versuchung erliegen, ihre faktische Überlegenheit auszureizen. Damit würden sie nur den Brexit-Fanatikern in die Hände spielen, kommentiert Marina Kormbaki.

27.02.2019

Im Streit um den Mauerbau hat sich das US-Repräsentantenhaus mit einem Votum für das Ende des Nationalen Notstands an der Grenze zu Mexiko ausgesprochen. Nun ist der Senat am Zug.

27.02.2019