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Politik Ex-BKA-Chef Horst Herold ist tot
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17:46 14.12.2018
Horst Herold, ehemaliger Chef des Bundeskriminalamtes (BKA). Quelle: Heinz Wieseler/dpa
Wiesbaden

Horst Herold, der langjährige Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Das teilte das BKA am Freitag mit.

Herold war von 1971 bis 1981 BKA-Präsident. Er gilt als Initiator der computergestützten Polizeiarbeit und der daraus resultierenden Rasterfahndung. In Herolds Amtszeit fiel der Kampf gegen die Rote Armee Fraktion (RAF).

Horst Herold war ein außergewöhnlicher Mensch, ein Visionär, dessen Ideen das Bundeskriminalamt heute noch tragen“, sagte BKA-Präsident Holger Münch.

Horst Herold sei der Präsident, der das BKA mit am stärksten geprägt habe. „Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, der ich - auch im Namen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundeskriminalamts - mein herzliches Beileid ausspreche.“

Kriminalbeamte trauern um „Symbolfigur“

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) bezeichnete Herold als „Symbolfigur des Kampfes gegen die RAF“. Herold habe die technische und personelle Ausstattung des BKA während seiner Amtszeit erfolgreich vorangetrieben und die Behörde im Bereich der Kriminaltechnik gestärkt.

„Die deutsche Kriminalpolizei verneigt sich heute vor einem der prägendsten und innovativsten Kriminalisten der Nachkriegszeit“, teilte der BDK-Bundesvorsitzende Sebastian Fiedler mit.

Herold wurde nicht nur als Krisenmanager geschätzt, sondern auch als Vordenker:

Er „erfand“ das Polizeiliche Informationssystem INPOL und setzte sich für den Ausbau des Kriminaltechnischen Instituts des BKA ein, dessen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht zuletzt aufgrund seines Engagements heute weltweite Anerkennung genießen, betonte das BKA in einer Mitteilung.

Herold wäre zum Beispiel einer der ersten gewesen, der die Digitalisierung der deutschen Polizei gefordert hätte. Projekte wie „Polizei 2020“, die genau das heute umsetzen, gingen auf diesen Grundgedanken von Herold zurück. 

BKA-Chef hoch gefährdet

Der frühere BKA-Präsident lebte aufgrund der Gefährdung seiner Person ab 1977 bis zum Ende seiner Amtszeit in einer Wohnung im Wiesbadener BKA.

Er wäre im Amt nicht nur wegen seiner fachlichen Expertise hochgeschätzt gewesen, sondern auch, weil er immer persönliche Kontakte gepflegt hätte – von der Führungsebene bis zum einfachen Beamten.

Von RND/dpa

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