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Politik Trumps Bluff führt nicht zum Ziel
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18:59 09.08.2019
US-Botschafter Richard Grenell (M) spricht bei einem Besuch in der Clausewitz-Kaserne in Burg (Sachsen-Anhalt) mit Soldaten der US-Armee. Trumps Mann in Berlin hat erneut mit einem Abzug der US-Truppen aus Deutschland gedroht. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert
Berlin.

Donald Trump geht mit den Verbündeten der USA bekanntlich nicht sonderlich zimperlich um. Von Japan verlangte er gerade eine Verfünffachung der Zahlungen für die Stationierung der dortigen US-Truppen. Südkorea ist wegen der akuten Bedrohung durch Trumps “Freund” in Nordkorea bereits weich geworden und entrichtet seit Anfang des Jahres einen höheren - in diesen Zeiten muss man wohl sagen - “Tribut” an Washington.

Richard Grenell, der US-Botschafter in Berlin, hat nun erneut mit dem Abzug der US-Truppen aus Deutschland gedroht. Die Absicht ist klar: Berlin soll unter Druck gesetzt werden, um endlich zwei Prozent der Wirtschaftsleistung fürs Militär auszugeben. So könnte die größte Volkswirtschaft Europas noch das ein oder andere amerikanische Waffensystem zusätzlich kaufen und wäre auch als “Hilfspolizist” für weltweite Einsätze besser gerüstet.

Die Sicherheit Polens liegt im ureigensten Interesse Deutschlands

Doch die Drohung zieht nicht, sie ist ein Bluff: Die USA haben ihre Truppen nicht aus völlig selbstlosen Gründen in Mitteleuropa und weltweit stationiert, auch wenn Trump immer wieder diesen Eindruck erwecken will. Vielmehr geht es um geostrategische Interessen und darum, Länder eng an sich zu binden. Sollten US-Truppen nach Osten verlegt werden, wäre das nur für die betroffenen Kommunen ein Verlust: Denn die Sicherheit Polens oder des Baltikums liegen im ureigenen deutschen Interesse. Und zuletzt: Russland könnte sich über einen solchen Schritt zu Recht beschweren, denn er verstieße gegen die Vereinbarungen, auf denen die Nato-Osterweiterung einst gründete. Will Trump diese Baustelle auch noch aufmachen?

Die Drohungen Grenells und seines Meisters laufen also weitgehend ins Leere. Einen besseren “Deal” werden sie so von Berlin jedenfalls nicht bekommen. Ob Deutschland unabhängig davon mehr fürs Militär ausgeben sollte - darüber lässt sich natürlich trotzdem trefflich streiten. Und das geschieht ja auch.

Von Christian Burmeister/RND

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