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Politik Trumps Drahtseilakt in Südkorea
Nachrichten Politik Trumps Drahtseilakt in Südkorea
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11:55 03.11.2017
Ein Demonstrant protestiert in Seoul vor der amerikanischen Botschaft gegen den geplanten Besuch von US-Präsident Trump. Quelle: dpa
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Washington

Der Zeitpunkt war mehr als heikel: Während US-Präsident Donald Trump zu seiner ersten Asienreise aufbrach, überflogen am Freitagvormittag US-Bomber die koreanische Halbinsel. Die Flugzeuge vom Typ B-1 B nahmen an einer Übung der südkoreanischen und japanischen Luftwaffe teil. Die Übungen seien als Teil „der stetigen Bomber-Präsenz“ in der Region geplant gewesen, sie seien keine Antwort auf aktuelle Ereignisse, zitierte der Nachrichtensender CNN eine Sprecherin der Air Force. Die Lage in der Region gilt als höchst angespannt und gefährlich, seit Nordkorea etliche Raketentests und einen Atomtest Anfang September durchgeführt hat. Nordkorea hingegen warf den USA vor, mit den Flügen den Abwurf einer Atombombe getestet zu haben.

Ein Besuch der entmilitarisierten Zone fällt aus Zeitgründen aus

Trump wird am 7. November in Südkorea erwartet. Nach Angaben des Weißen Hauses wird der US-Präsident „aus Zeitgründen“ nicht die entmilitarisierte Zone besuchen, die Südkorea von Nordkorea trennt. Frühere Präsidenten, darunter auch Trumps Vorgänger Barack Obama und George W. Bush, hatten die Pufferzone zwischen den beiden verfeindeten Ländern besucht, um die Solidarität mit Südkorea zu unterstreichen und ein Signal der Abschreckung an Nordkorea zu schicken. Stattdessen besucht Trump Camp Humphreys, einen Militärstützpunkt. Außerdem trifft Trump mit Präsident Moon Jae In zusammen, um über den brandgefährlichen Konflikt mit Nordkorea zu beraten.

Stattdessen gibt es eine Partie Golf mit Shinzo Abe

Vor seinem Besuch in Südkorea wird Trump in Japan erwartet, wo er mit Präsident Shinzo Abe eine Partie Golf spielen wird. Am 6. November trifft Trump mit seiner Frau Melania zum ersten mal Kaiser Akihito und dessen Frau Michiko. Daneben wird Trump US-Soldaten besuchen und japanische Familien sehen, die Nordkorea entführt hatte. Ebenfalls auf der Liste stehen Besuche in Vietnam, China und auf den Philippinen.

Die Koreakrise ist der harte Kern dieser langen Reise. Dieses hochkomplexe Sicherheitsthema wird in Japan, China und natürlich in Seoul selbst eine riesige Rolle spielen. Auch der Konflikt um offene Seewege im südchinesischen Meer schwelt. Außerdem wollen die USA unbedingt verhindern, dass die Terrormiliz „Islamischer Staat“ nach Gebietsverlusten in Nahost erfolgreich eine Asienfront eröffnet. Ständiger Begleiter wird auch das Thema Handel sein, es wird in Vietnam und auf den Philippinen zentral sein, wenn die Gipfel der Apec und der Asean anstehen.

Von nl/dpa/RND

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