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Politik Höhere Wahlbeteiligung in SH und Hamburg
Nachrichten Politik Höhere Wahlbeteiligung in SH und Hamburg
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11:55 20.06.2018
Von Isabelle Breitbach
Vom 7. bis 19. Juni dürfen die Türken im Ausland das Parlament und den Staatspräsidenten wählen. Quelle: Markus Scholz
Istanbul/Hamburg

Mehr als die Hälfte der in Hamburg und Schleswig-Holstein lebenden türkischen Wahlberechtigten hat bei den türkischen Parlaments- und Präsidentenwahlen ihre Stimme abgegeben. Wie die Wahlkommission in Istanbul am Mittwoch mitteilte, lag die Wahlbeteiligung der gut 84 000 beim Generalkonsulat in Hamburg registrierten Stimmberechtigten aus den beiden Nordländern bei 51,8 Prozent und damit gut zwei Punkte über dem Bundesschnitt (49,7).

Wahlbeteiligung dürfte steigen

Am Dienstagabend war die Wahl für Auslands-Türken nach zweieinhalb Wochen in weltweit 60 Ländern zu Ende gegangen. Registrierte Stimmberechtigte haben jedoch noch bis zur Wahl in der Türkei an diesem Sonntag Zeit, bei Einreise in ihr Heimatland an Grenzstationen und Flughäfen abzustimmen. Insofern dürfte auch die Wahlbeteiligung noch steigen. Eine Briefwahl ist im türkischen Wahlgesetz nicht vorgesehen.

Von den 43 597 türkischen Wählern aus Hamburg und Schleswig-Holstein gaben den Angaben zufolge 40 521 ihre Stimme in Konsulaten ab, 3076 nutzten bis Dienstagabend Wahlurnen an den Grenzübergängen und Flughäfen der Türkei. Die höchste Beteiligung gab es mit 67,4 Prozent unter den beim türkischen Konsulat in Essen registrierten Wählern, die geringste in Münster (29,1). Das Generalkonsulat in Hamburg landete auf Platz 5 der insgesamt 13 türkischen Vertretungen in Deutschland. Ausgezählt werden die Stimmzettel in der Türkei, die Ergebnisse werden erst zusammen mit denen in der Türkei bekanntgegeben.

2017 stimmten 63 Prozent für das Präsidialsystem - mehr als in der Türkei

Beim Verfassungsreferendum im April vergangenen Jahres hatte weniger als die Hälfte der in Deutschland lebenden Türken von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Die Präsidentenwahl soll die von Staatschef Recep Tayyip Erdogan mit dem Referendum angestoßene umstrittene Einführung des Präsidialsystems abschließen, das den künftigen Präsidenten mit deutlich mehr Macht ausstattet. 63 Prozent der in Deutschland lebenden Türken hatten im vergangenen Jahr für das Präsidialsystem gestimmt - mehr als in ihrem Heimatland.

Beobachter erwarten einen weiteren Wahlsieg Erdogans - Umfragen deuten aber darauf hin, dass er eine absolute Mehrheit verfehlen könnte.

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