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Politik Türkei verweigert deutschen Journalisten die Akkreditierung
Nachrichten Politik Türkei verweigert deutschen Journalisten die Akkreditierung
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21:16 02.03.2019
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Quelle: Pool Presidential Press Service
Berlin

Neben zwei deutschen Korrespondenten verweigern die türkischen Behörden auch einem für den NDR tätigen freien Mitarbeiter die Arbeitsgenehmigung. Das berichtete am Samstag die ARD-„Tagesschau“. Halil Gülbeyaz sei in der Türkei zwölf Jahre ununterbrochen für den NDR akkreditiert gewesen. „Ich habe nur meinen Beruf als Journalist ausgeübt, und mit der Abweisung werde ich meinem Beruf in der Türkei nicht mehr nachgehen können. Das schränkt die Informationsfreiheit ein“, sagte Gülbeyaz, der in Berlin lebt.

Am Freitag war zudem dem langjährigen „Tagesspiegel“-Korrespondenten Thomas Seibert und dem ZDF-Journalisten Jörg Brase mitgeteilt worden, dass sie in der Türkei für dieses Jahr nicht akkreditiert werden. Das würde bedeuten, dass sie innerhalb von zehn Tagen das Land verlassen müssten. Die stellvertretende ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten hatte die Entscheidung bereits als „vollkommen unverständlich“ kritisiert. Das Auswärtige Amt protestierte beim türkischen Botschafter gegen die Entscheidung der türkischen Behörden.

Akkreditierungen werden jährlich neu ausgestellt

Der „Tagesspiegel“ appellierte an die türkischen Behörden, den Korrespondenten die verweigerten Arbeitsgenehmigungen doch noch zu erteilen. „Das ist ein schwerer Eingriff in die Pressefreiheit. Solche Methoden kennen wir sonst nur aus Staaten wie Venezuela und Libyen“, erklärte „Tagesspiegel“-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron am Samstag. „Gerade für die vielen türkischen Mitbürger in Berlin ist unsere Berichterstattung aus ihrer Heimat von großer Bedeutung. Wir appellieren an den die türkischen Behörden, ihre Entscheidung zu überdenken.“

Die Pressekarten ausländischer Korrespondenten in der Türkei laufen jedes Jahr Ende Dezember ab und müssen dann neu beantragt werden. Einige deutsche Journalisten haben ihre Akkreditierung bereits erhalten, andere warten immer noch.

„Kann die Entscheidung weder nachvollziehen noch gutheißen“

Ein Berater des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hat sein Unverständnis darüber geäußert, dass Auslandskorrespondenten von ZDF und „Tagesspiegel“ die Pressekarte und damit die Arbeitsgenehmigung verweigert wird. In einer Erklärung des deutsch-türkischen Abgeordneten und Vorstandsmitgliedes der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP Mustafa Yeneroglu vom Samstag hieß es: „Ich kann Ihnen leider nicht erklären, wie die zuständige Behörde zu solchen Entscheidungen gekommen ist. Jedenfalls kann ich die Entscheidung weder nachvollziehen noch gutheißen und daher auch niemandem überzeugend vermitteln.“

Von RND/dpa