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Politik Jährlich sterben 320 Kinder und Jugendliche auf der Flucht
Nachrichten Politik Jährlich sterben 320 Kinder und Jugendliche auf der Flucht
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12:11 28.06.2019
Laut einem UN-Bericht sterben jedes Jahr etwa 320 Kinder und Jugendliche auf der Flucht. Quelle: dpa
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Genf

Weltweit sind nach Angaben der Vereinten Nationen seit 2014 im Schnitt rund 320 Kinder und Jugendliche pro Jahr im Zusammenhang mit Migration gestorben oder werden vermisst. Wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) in einem am Freitag veröffentlichten Bericht schreibt, waren es zwischen 2014 und 2018 insgesamt fast 1600 Migranten unter 18 Jahren.

Besonders gefährlich ist demnach die Reise über das Mittelmeer: Dabei kamen nach IOM-Angaben im untersuchten Zeitraum 678 Kinder und Jugendliche ums Leben. In Südostasien starben laut dem Bericht 363 Kinder und Jugendliche bei der Migration oder wurden vermisst.

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Hinzu kommen laut der IOM zahlreiche Fälle, die nirgends registriert wurden. Auch Kinder, die in Abschiebehaft sterben, sind in dieser Zahl noch nicht berücksichtigt. Zu der Verteilung nach dem Alter macht die Studie ebenfalls keine konkreten Angaben, da dieses nur in 27 Prozent der registrierten Fälle überhaupt bekannt sei.

Ein erschütterndes Schlaglicht auf die Gefahren für junge Migranten hatte zuletzt ein Bild von der Grenze zwischen den USA und Mexiko geworfen. Das Bild zeigt nach Medienberichten die Leichen eines jungen Mannes aus El Salvador und seiner knapp zweijährigen Tochter am Ufer des Rio Grande.

Laut einem Bericht der mexikanischen Zeitung „La Jornada“, die das Bild zuerst veröffentlichte, hatten der etwa 25-jährige Mann und seine 21 Jahre alte Frau versucht, mit ihrer Tochter den Grenzfluss zu überqueren, um von Mexiko aus nach Texas zu gelangen. Medienberichten zufolge wanderte die junge Familie wegen Armut und Perspektivlosigkeit aus.

Insgesamt sind laut IOM zwischen 2014 und 2018 rund 32 000 Migranten auf ihrer Reise gestorben oder werden vermisst. 17 900 von ihnen seien bei der Überquerung des Mittelmeers gestorben.

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Von RND/dpa

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