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Politik UN-Klimagipfel: Wie eine 15-Jährige Klartext mit den Politikern redet
Nachrichten Politik UN-Klimagipfel: Wie eine 15-Jährige Klartext mit den Politikern redet
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20:35 16.12.2018
Greta Thunberg bei einer Pressekonferenz beim Weltklimagipfel. Quelle: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa
Kattowitz

Seit Monaten demonstriert Greta Thunberg gegen den Klimawandel – und zwar immer freitags vor dem Parlament in ihrer Heimat Schweden. Protest statt Schule – diesem Beispiel waren angesichts der UN-Weltklimakonferenz im polnischen Kattowitz Dutzende Schüler weltweit gefolgt.

Für Greta Thunberg selbst aber ging es dorthin, wo Delegierte aus 200 Ländern in zähen Verhandlungen darüber diskutierten, wie der Klimawandel zu stoppen sei und welche Maßnahmen dafür nötig seien: nach Kattowitz zum Weltklimagipfel. Vor all diesen Menschen hielt die 15-jährige Klimaaktivistin eine Rede – und ließ kein gutes Haar an den Politikern.

„Viele sagen, Schweden ist ein kleines Land und es sei nicht wichtig, was es tut“, beginnt sie ihre Rede und fährt dann in Anspielung auf ihre Protestaktion fort: „Aber ich habe gelernt, dass man nie zu klein ist, um eine Veränderung zu bewirken.“ Sie spricht davon, dass man ehrlich zueinander sein und die Dinge beim Namen nennen müsse – und tut dies dann sehr deutlich. „Ihr seid nicht erwachsen genug, um die Dinge auszusprechen, wie sie sind“, sagt sie etwa.

„Ihr sprecht immer nur von einem grünen ökonomischen Wachstum, weil ihr Angst habt, unpopulär zu sein. Ihr sprecht davon, vorwärts zu kommen – mit den gleichen schlechten Ideen, die uns erst in diesen Schlamassel gebracht haben“, sagt die 15-Jährige. Aber ihr sei es egal, unpopulär zu sein, sie wolle über Klimagerechtigkeit und einen lebenden Planeten sprechen.

Sie spricht schließlich über ihre Zukunft, über ihren 75. Geburtstag, den sie dann vielleicht mit ihren Kindern feiere und die sie vielleicht fragen, „warum ihr nicht gehandelt habt, als es noch möglich war“. „Ihr sagt, ihr liebt eure Kinder über alles. Und doch stehlt ihr ihnen vor ihren Augen ihre Zukunft.“

Auch am Ende ihrer Rede wird sie noch einmal sehr deutlich: „Ihr habt uns in der Vergangenheit ignoriert, und ihr werdet es wieder tun. Euch gehen die Ausreden aus, und uns läuft die Zeit davon. Wir sind hergekommen, um euch wissen zu lassen, dass der Wandel kommt – ob es euch gefällt oder nicht. Die wahre Macht liegt bei den Menschen.“

Fast vier Minuten stand die 15-Jährige am Rednerpult, und am Ende war ihr immerhin eines gewiss: starker Applaus der Delegierten aus rund 200 Ländern dieser Erde.

+++ Lesen Sie hier unseren Kommentar zum Abschluss der Weltklimakonferenz.

Von RND/das

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