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Politik USA und Saudi-Arabien – Eine unkluge Allianz
Nachrichten Politik USA und Saudi-Arabien – Eine unkluge Allianz
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05:01 18.10.2018
Mohammed bin Salman, Kronprinz von Saudi-Arabien und US-Präsident Donald Trump. Quelle: imago/ZUMA Press
Washington

Partner kann man sich nicht immer aussuchen. In der Politik wie in der Wirtschaft sind Zweckbündnisse manchmal unerlässlich, um die eigene Position zu stärken oder das Überleben des eigenen Betriebes zu sichern. Dennoch gibt es Grenzen des Erträglichen.

Ein Beispiel, bei dem diese Grenzen weit überschritten werden, lässt sich gerade zwischen den USA und Saudi-Arabien beobachten. Donald Trump schlägt sämtliche Warnungen seiner Berater in den Wind und stellt sich breitbeinig vor seine ins Zwielicht geratenen Verbündeten. Aus zwei Telefonaten will er herausgehört haben, dass sich das saudische Königshaus alle Mühe gibt, die Affäre um den verschwundenen Journalisten Dschamal Chaschukdschi aufzuklären.

Die einseitige Parteinahme ist nicht nur unanständig, sie ist auch unklug. Alle Welt ist Zeuge, wie sich mehr und mehr Indizien ansammeln, die den Verdacht erhärten, dass sich die Führung in Riad eines hartnäckigen Regimekritikers entledigen wollte. Die Hinweise auf ein 15-köpfiges Einsatzkommando, das den Abtrünnigen abfangen und mundtot machen sollte, sind bedrückend. Auch ist es schwer vorstellbar, dass sich eine so solche Gruppe von Geheimdienstlern, zu denen auch ein anerkannter Gerichtsmediziner gehört haben soll, ohne Wissen ihrer Befehlshaber verselbstständigt.

In dieser Phase, in der die Ermittlungen auf Hochtouren laufen, wäre es ein Leichtes gewesen, auch vom Königshaus Aufklärung zu verlangen - und ansonsten abzuwarten und zu schweigen.

Für Trump steht viel auf dem Spiel

Stattdessen wettert Trump über vermeintliche Vorverurteilungen und vermengt den Konflikt mit der unansehnlichen Berufung von Richter Brett Kavanaugh an den Obersten Gerichtshof.

Ohne Zweifel: Für Trump und seine außenpolitische Strategie steht viel auf dem Spiel. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit korrigierte er die Außenpolitik seines Vorgängers Barack Obama und setzte mit Blick auf den Mittleren Osten auf ein einseitiges Bündnis mit Saudi-Arabien. Alles ordnete der politische Quereinsteiger dem Ziel unter, den Einfluss des noch unberechenbareren Iran in der Region einzudämmen und die Rüstungsgeschäfte mit den Ölscheichs wieder anzukurbeln. Die Monarchie, in der Reichtum, Absolutismus und Staatsreligion eine unheilige Allianz eingehen, erhielt erneut eine enorme strategische Bedeutung.

Sollte sich nun herausstellen, dass die vermeintlich Streng-Religiösen aus Riad einen Mord in Auftrag gegeben haben, käme auch Washington in Erklärungsnöte.

Der Chef des Weißen Hauses stünde allerdings noch vor einem weiteren Problem: Unmittelbar vor den Zwischenwahlen in Amerika dürften sich so manche Wähler die Frage stellen, warum sich Trump als Wahlkämpfer so oft damit brüstete, dass seine Firma in engsten Geschäftsbeziehungen zur saudischen Führungsschicht steht?

Von RND/Stefan Koch

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