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20:00 19.03.2019
Blick auf das Berlaymont-Gebäude in Brüssel, den Sitz der EU-Kommission. Quelle: dpa
Brüssel

Lob und Schelte für die EU: Die Europäische Union ist in den Augen der Mehrheit ihrer Bürger ein Friedensprojekt, das Demokratie und Wohlstand befördert. Zugleich aber findet auch eine klare Mehrheit der Europäerinnen und Europäer, dass die EU nicht effizient genug ist, übergriffig und die Bedürfnisse der Menschen nicht versteht. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des renommierten Pew Research Centers in Washington hervor. Besonders skeptisch sind die Griechen wegen der Folgen der Finanzkrise und die Briten, denen der Brexit bevorsteht.

Zustimmung in Polen hoch

Die Pew-Forscher haben in den vergangenen Monaten Menschen in Deutschland, Polen, Spanien, den Niederlanden, Frankreich, Schweden, Italien, Ungarn, Großbritannien und Griechenland zu ihrer Meinung über Europa befragt. Bemerkenswert: In dem von Nationalkonservativen regierten Polen ist die Zustimmung zur EU besonders hoch. Dort haben 72 Prozent der Befragten eine positive Meinung von Europa. Auch in Ungarn sind es 57 Prozent. Selbst in Großbritannien sind es noch 48 Prozent. In Griechenland liegt der Wert dagegen bei nur 37 Prozent. In Deutschland haben 63 Prozent der Befragten ein positives Bild von der EU.

In fünf der untersuchten Länder ist eine Mehrheit der Befragten der Ansicht, dass sich die finanzielle Lage für die Durchschnittsbevölkerung in den vergangenen 20 Jahren verschlechtert hat. Das sagen 87 Prozent der befragten Griechen, 72 Prozent der Italiener, 62 Prozent der Spanier, 56 Prozent der Franzosen und 53 Prozent der Briten. Griechenland, Spanien und Italien waren besonders schwer von der Finanzkrise betroffen.

Sorge um Kinder

In Deutschland geben der Umfrage zufolge 46 Prozent der Befragten an, heute finanzieller schlechter gestellt zu sein als um die Jahrtausendwende. Dabei spielt offenbar auch die Parteipräferenz eine Rolle. Nur 33 Prozent der CDU-Anhänger sagen, dass sich die Lage verschlechtert hat. 61 Prozent sind es dagegen in der Gruppe der Deutschen, die nicht die CDU unterstützen. Ähnlich ist das Bild in Frankreich, wo die Anhänger der En-Marche-Partei von Präsident Emmanuel Macron ihre finanzielle Lage positiver beurteilen als Gegner Macrons.

Weitgehend einig sind sich die Europäer, wenn es um die Frage nach den Zukunftsaussichten für ihre Kinder geht. Eine Mehrheit von 58 Prozent ist pessimistisch und schätzt, dass es ihrer Kinder schwerer haben werden als die Elterngeneration. Die Werte schwanken allerdings stark. In Deutschland meinen das 52 Prozent der Befragten, in Frankreich sind es 80 Prozent. Nur die Polen sind sehr optimistisch. Dort glauben 59 Prozent, dass es ihren Kindern besser gehen wird.

Obwohl die Zahl der Einwanderer nach Europa in den vergangenen Jahren stark abgenommen hat, will eine knappe Mehrheit der Europäer, dass weniger Migranten in der EU aufgenommen werden sollen. Vor allem in Griechenland und Italien, wo die in den Jahren 2015 und 2016 die meisten Flüchtlinge ankamen, fordert das eine große Mehrheit von 82 beziehungsweise 72 Prozent der Befragten. Auch in Ungarn, das die Aufnahme von Flüchtlingen verweigert, sehen das 71 Prozent so. In Deutschland sind es 58 Prozent. Ebenfalls 58 Prozent der Deutschen sagen nach der Pew-Umfrage, dass Einwanderer das Risiko von Terrorismus erhöhen.

Von Damir Fras/RND

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