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12:00 03.01.2019
Demonstration für die Freilassung von Ahmet Altan 2017 in Berlin. Quelle: imago/APP-Photo
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Hamburg

Im Sommer 2016 holten Schergen der Abteilung Terrorbekämpfung den Schriftsteller und Journalisten Ahmet Altan morgens um 5.42 Uhr von zu Hause ab. In einer Fernsehsendung habe er „unterschwellige Botschaften“ ausgesandt, er gilt in der Türkei als Staatsfeind. Heute lebt der 68-Jährige in einer Zelle, die acht Schritte in der Länge und vier Schritte in der Breite misst; der winzige, steinerne Innenhof ist mit Draht überspannt. Kulturschaffende auf der ganzen Welt haben sich für Altan eingesetzt, darunter drei Nobelpreisträger. Am 16. Fe­bruar 2018, dem Tag an dem Deniz Yücel endlich freigelassen wurde, verurteilte man Ahmet Altan endgültig, ohne die Möglichkeit auf Begnadigung, zu lebenslanger Einzelhaft. Er darf nur mit seinen Kindern und seinen Anwälten sprechen. „Ich werde die Welt nie wiedersehen“ lautet der Titel seines jüngsten Buches, dessen Texte aus dem Gefängnis geschmuggelt wurden. „Ihr könnt mich einsperren, wo immer ihr wollt. Auf den Flügeln meiner unendlichen Vorstellungskraft werde ich die ganze Welt bereisen“, schreibt er. „Außerdem habe ich überall auf der Welt Freunde, die mir beim Reisen helfen, (…). Jedes Auge, das meine Zeilen liest, jede Stimme, die meinen Namen nennt, nimmt mich wie eine kleine Wolke bei der Hand und fliegt mit mir (…). Ihr könnt mich ins Gefängnis stecken, doch ihr könnt mich dort nicht festhalten. Weil ich die Zaubermacht besitze, die allen Schriftstellern eigen ist. Ich kann mühelos durch Wände gehen.“ Das Jahr 2018 hat uns für 2019 einen Auftrag erteilt: den Auftrag, für Freiheit einzutreten, gleich wie. Fangen wir doch mit dem Lesen an!

Stephanie Nannen arbeitet als Journalistin und Autorin in Hamburg.

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Von Stephanie Nannen

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