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Politik "Vatileaks": Ex-Kammerdiener übernimmt Verantwortung
Nachrichten Politik "Vatileaks": Ex-Kammerdiener übernimmt Verantwortung
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17:06 02.10.2012
Bei Gabriele (Beifahrer) waren vertrauliche Dokumente gefunden worden, die teils direkt vom Schreibtisch des Papstes stammten. Quelle: Ettore Ferrari/Archiv
Rom

g.

Dem Familienvater wird schwerer Diebstahl vorgeworfen; dafür drohen ihm bis zu vier Jahre Haft. "Was den schweren Diebstahl betrifft, fühle ich mich nicht schuldig", sagte Gabriele den Beobachtern zufolge. "Aber ich fühle mich schuldig, das Vertrauen missbraucht zu haben, das der Heilige Vater in mich gesetzt hatte."

Gabriele sagte, er habe keine Mittäter gehabt und kein Geld bekommen. Er glaube aber nicht, dass er in den vergangenen Jahren der einzige gewesen sei, der Dokumente an die Presse gegeben habe.

Die Unterlagen habe er zunächst für sich selbst kopiert, ohne an eine Weitergabe zu denken. Er habe sich ein genaueres Bild über die Vorgänge im Vatikan machen wollen, über die er Unbehagen verspürt habe. Dieses Unbehagen hätten anderen im Vatikan geteilt, mit denen er darüber auch gesprochen habe. Später ging er offenbar dazu über, zwei Kopien zu fertigen. Er habe im Zweifelsfall nachweisen wollen, welche Dokumente von ihm stammen. Er habe darüber seinem Beichtvater gebeichtet.

Dass er einen auch auf Papst Benedikt XVI. ausgestellten Scheck über 100 000 Euro und einen Goldklumpen genommen habe, bestritt Gabriele. Ein wertvolles Buch habe er nur seinen Kindern zeigen wollen.

Neben Gendarmen und einer Hausdame aus dem päpstlichen Haushalt trat der päpstliche Privatsekretär Georg Gänswein in den Zeugenstand. Er habe bis kurz zur Festnahme Gabrieles keinen Verdacht gehabt, sagte Gänswein. Er habe keine Dokumente vermisst.

Die Verhandlung soll am Mittwoch mit weiteren Zeugenvernehmungen fortgesetzt werden. Die Plädoyers werde es jedoch an einem anderen Tag geben. Spekuliert wird, dass bereits am Samstag ein Urteil gesprochen werden könnte. Lombardi betonte jedoch, bisher gebe es keinen Termin. Die Entscheidung obliege allein dem Gericht.

dpa

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