Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Politik Verkehrsminister missbilligt Kritik an deutschen Brücken
Nachrichten Politik Verkehrsminister missbilligt Kritik an deutschen Brücken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:22 15.08.2018
Lastwagen befahren eine Brücke, die unter Beobachtung steht. Das Bauwerk soll konstruktiv verstärkt werden. Quelle: Holger Hollemann/dpa
Berlin/München

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hält den Vergleich von deutschen und ausländischen Brücken für unpassend. „Was in Deutschland als marode oder nicht ausreichend gilt, ist anderswo in einem guten Zustand eingestuft“, sagte der CSU-Politiker am Mittwoch dem Nachrichtensender n-tv in der Sendung „Wieso Sie, Andreas Scheuer?“.

Man habe in Deutschland zwar viele Brücken, so Scheuer, aber auch ein System, „den Zustand der Brücken genau zu analysieren mit Schnellprüfungen, aber auch mit ganz, ganz tiefgreifenden Prüfungen.“ Die nach dem Brückeneinsturz von Genua aufgekommene Kritik am Zustand auch der Brücken hierzulande bezeichnete Scheuer als „sehr typisch deutsche Diskussion“.

Bayern-SPD: Staatsregierung schaut Brückenverfall zu

Die SPD im bayerischen Landtag hat hingegen mehr Reparaturen und Instandhaltungsmaßnahmen für die Infrastruktur gefordert. „Der Staat muss sich darum kümmern, dass die Brücken sicher und tragfähig bleiben. Doch leider schaut die CSU-Staatsregierung dem Verfall nur zu“, erklärte der Fraktionsvorsitzende Markus Rinderspacher am Mittwoch. Nur 37 Prozent des im Budget des Freistaats vorgesehenen Geldes sei zwischen 2013 und 2017 für Brückenreparaturen ausgegeben worden.

Derzeit seien 1407 von 5417 Staatsbrücken sanierungsbedürftig. Das hatte eine SPD-Anfrage an die Staatsregierung im Juni ergeben. Der Antwort zufolge ist die Zahl der maroden Brücken in den vergangenen drei Jahren um neun Prozent gestiegen.

Bayerische Regierung sieht keinen Handlungsbedarf

Aus Sicht des bayerischen Bauministeriums sind die Brücken in keinem sehr schlechten Zustand. „Wir gehen durchschnittlich davon aus, dass eine Brücke 70 bis 80 Jahre hält. Unsere Brücken werden regelmäßig getestet“, sagte der Referatsleiter für Brücken und Tunnelbau, Karl Goy, dem Radiosender Antenne Bayern. Alle sechs Jahre gebe es eine Hauptprüfung. Das Ministerium wisse, in welchem Zustand die Brücken im Freistaat seien.

Unter den zehn marodesten Brücken in Deutschland ist auch eine aus Bayern. Der Zustand des Bauwerks, das in Ismaning (Landkreis München) über die Isar führt, wird von der Bundesanstalt für Straßenwesen mit der Note 4,0 als ungenügend bewertet.

Bundesweit werden Brücken geprüft

Baufachleute halten ein ähnliches Unglück in Baden-Württemberg für unwahrscheinlich. „Die Brücken hierzulande werden sehr engmaschig überprüft. Deswegen ist es nach menschlichem Ermessen auszuschließen, dass eine für den Verkehr frei gegebene Brücke einstürzt“, sagte Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft in Baden-Württemberg, der „Schwäbischen Zeitung“.

Nach Einschätzung des Berliner Senats sind die 1085 Brücken für den Straßen-, Fuß- oder Radverkehr in der Stadt „sehr sichere Bauwerke“. Sie würden - wie bundesweit vorgeschrieben - alle drei Jahre nach einem vorgeschriebenen Verfahren überprüft, erläuterte die Verkehrsverwaltung. Zudem gebe es mehrmals jährlich Begehungen, um zwischenzeitlich entstandene Mängel zu erkennen und gegebenenfalls eine Reparatur zu veranlassen.

Von RND/fck/dpa

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Cem Özdemir, verweist auf die hohe Anzahl maroder Brücken in Deutschland. Man könne mit der Reparatur nicht länger warten. Er regt deshalb eine Personaloffensive in Ämtern und Behörden an.

15.08.2018
Politik Trotz Strafzöllen und Sanktionen - US-Pastor bleibt in Türkei unter Hausarrest

Der Konflikt zwischen der USA und der Türkei spitzt sich weiter zu: Ein Berufungsgericht hat den Antrag auf Freilassung des US-Pastors Andrew Brunson abgelehnt. Ihm droht nun eine lange Haftstrafe.

15.08.2018

Neben „männlich“ und „weiblich“ soll im deutschen Geburtenregister künftig eine dritte Geschlechtsoption zur Auswahl stehen. Das Bundeskabinett eignete sich am Mittwoch auf die Bezeichnung „divers“.

15.08.2018