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Politik Verrostete Atommüll-Fässer in Brunsbüttel - Umlagerung gestoppt
Nachrichten Politik Verrostete Atommüll-Fässer in Brunsbüttel - Umlagerung gestoppt
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13:36 07.03.2012
Kiel

Es seien korrodierende Stahlblechfässer entdeckt worden, teilte der für die Atomaufsicht zuständige Justizminister Emil Schmalfuß (parteilos) am Mittwoch in Kiel auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz mit. "Wichtig ist zunächst, dass keine unzulässige Radioaktivität freigesetzt wurde und keine Gefahr für Mitarbeiter und Anwohner besteht", betonte Schmalfuß.

In den in unterirdischen Kavernen gelagerten rund 500 Fässern befinden sich schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus dem Reaktorbetrieb. Dazu gehören Filterharze und Verdampferkonzentrate. Diese Abfälle werden zur Zeit auf die Endlagerung im Schacht Konrad vorbereitet und dafür in Gusscontainer umgefüllt.

Am 10. Januar 2012 wurden nach Angaben der Atomaufsicht vom TÜV Nord im Rahmen regelmäßiger Kontrollen bei einem bereits entleerten Fass sehr starke Korrosion und eine Zerstörung des Fassmantels festgestellt. Der Fassinhalt sei zuvor ordnungsgemäß in der hierfür vorgesehenen Umsauganlage aufgefangen worden. "Nach sorgfältiger Auswertung aller bisher vorliegenden Informationen haben wir aber festgestellt, dass weitere Fässer zum Teil erhebliche Korrosionserscheinungen aufweisen", erklärte Schmalfuß. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass bei Handhabungen wie dem Anheben, Umsetzen oder Absetzen solcher Fässer radioaktive Stoffe freigesetzt werden.

Vom Betreiber Vattenfall erwarte das Ministerium, sich zur unterbliebenen Meldung dieses Vorfalls zu äußern, so Schmalfuß weiter. "Obwohl die Zerstörung des Fasses von der Betreibergesellschaft - laut deren Unterlagen - bereits am 15. Dezember 2011 festgestellt wurde, sind wir darüber nicht informiert worden - da es sich nach Ansicht der Betreiberin nicht um ein meldepflichtiges Ereignis handele."

dpa

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