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Politik Leichte Sprache verschreckt Wähler
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10:00 05.04.2017
Von Christian Hiersemenzel
So sieht die Wahlbenachrichtigung in leichter Sprache aus. Quelle: Brink
Kiel

Erstmals in der Landesgeschichte ist die Wahlbenachrichtigung in sogenannter leichter Sprache formuliert: Angesprochen werden auch Menschen, die nur über geringe Sprachkompetenzen verfügen.

Entsprechend verwendet das zweiseitige Schreiben kurze Sätze und koppelt zusammengesetzte Wörter konsequent mit Bindestrich. Der Landtag wird zum Land-Tag, der Familienname zum Familien-Namen und die Postleitzahl zur Post-Leit-Zahl. Bei manchem Empfänger löst das Irritationen aus.

„Im ersten Moment dachte ich: Das muss ein Druckfehler sein“, echauffierte sich am Dienstag eine Leserin unserer Zeitung. „Ist es mit der deutschen Sprache jetzt zu Ende?“ Auch ein anderer ärgerte sich: „Diese WahlMinusBenachrichtigung zeigt, wie sehr unsere Landesregierung über die Köpfe der Bürger hinweg sieht, und wie wenig man die Inklusion verstanden hat. Wie wäre es mit ein wenig gesundem Menschenverstand?“

Das Innenministerium war einem Auftrag von höchster Stelle gefolgt. „Demokratie lebt auch von Wahlbeteiligung“, hatte der Landtag im Herbst 2015 festgestellt und bestimmt, dass Sprache und Design von Wahlbenachrichtigungen „mit Blick auf die Übersichtlichkeit so überarbeitet werden sollen, dass sie für alle Mitbürgerinnen und Mitbürger verständlich sind“.

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