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Politik Warum zeigt Google bei der Suche nach „Idiot“ Bilder von Trump?
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13:12 12.12.2018
Wer bei Google nach dem Begriff „Idiot“ sucht, findet überwiegend Bilder von US-Präsident Donald Trump Quelle: dpa
Washington

Um zu verstehen, wie die Google-Suchalgorithmen funktionieren, stellte eine demokratische Kongressabgeordnete dem Chef des Technologieunternehmens eine einfache Frage: „Wenn Sie das Wort ,Idiot’ bei der Bildersuche googeln, erscheint ein Foto von Donald Trump. Wie kann das passieren?“

Nach einem Bericht der „Washington Post“ lieferte Zoe Lofgren in der Anhörung vor US-Kongressabgeordneten auch gleich den Beweis per Smartphone: Die Bildersuche von Google zeigt tatsächlich überwiegend Fotos des US-Präsidenten.

Der befragte Google-Chef Sundar Pichai versuchte daraufhin, den US-Kongressabgeordneten die Suchmethoden zu erklären. Die Algorithmen berücksichtigten etwa 200 Faktoren wie Relevanz, Popularität und die Art und Weise, wie andere Nutzer den Suchbegriff einsetzten, erklärte er den Politikern. „Da sitzt also nicht irgendein kleiner Mann hinter einem Vorhang und entscheidet, was er dem Nutzer zeigen wird“, fragte die Abgeordnete Lofgren mit gespielter Naivität. Denn tatsächlich ging es ihr um einen anderen Punkt: Viele Trump-Anhänger sind der Ansicht, Google manipuliere die Suchergebnisse aus politischen Gründen, um Trump schlecht dastehen zu lassen.

Google-Chef: Wir manipulieren nicht

Doch der Republikaner Lamar Smith hakte nach. Ob er jemals einen Mitarbeiter angewiesen habe, Suchergebnisse zu manipulieren, fragte er den Google-Chef. Doch der versicherte erneut, der Algorithmus sei so komplex, dass es für Einzelne gar nicht möglich sei, ihn zu beeinflussen. Smith akzeptierte diese Erklärung nicht: „Ich denke, Menschen können den Prozess manipulieren. Es ist im Kern ein von Menschen bestimmter Prozess.“

Sein Kollege Steve Chabot legte nach und beschwerte sich über Suchergebnisse mit einer negativen Berichterstattung über Projekte der Republikaner. „Wie erklären Sie sich diese Verzerrung gegenüber konservativen Standpunkten? Ist es nur der Algorithmus, oder passiert dort mehr?" fragte Chabot. Er glaube, dass Google "Gewinner und Verlierer im politischen Diskurs aussucht".

„Wenn Du positive Suchergebnisse willst, tue positive Dinge.“

Doch der Google-Chef wies das zurück: „Kongressabgeordneter, ich verstehe die Frustration, negative Nachrichten zu sehen“, so Pichai. Google verwende jedoch eine „robuste Methodik“, um das, was zu einem bestimmten Thema zu einem bestimmten Zeitpunkt gesagt werde, zu reflektieren. „Es liegt in unserem Interesse sicherzustellen, dass wir das, was da draußen passiert, so objektiv wie möglich widerspiegeln“. Und er fügte hinzu: „Unsere Algorithmen haben keine Ahnung von politischer Stimmung."

Ted Lieu von den Demokraten unterstützte den Google-Chef. „Wenn Du positive Suchergebnisse willst, tue positive Dinge. Wenn Du keine negativen Suchergebnisse willst, tue keine negativen Dinge", sagte er. „Und wenn Sie schlechte Presseartikel und schlechte Suchergebnisse erhalten, geben Sie nicht Google, Facebook oder Twitter die Schuld. Geben Sie sich selbst die Schuld.“

Von RND/tms

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