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Politik Weniger Fördermittel vom Bund: Lübecker Museum kommt ins Wanken
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16:57 10.06.2009
Lübeck

27 Millionen Euro soll das neue Museum kosten - 14 Millionen Euro davon stemmt die Possehlstiftung, die bereits zwei Machbarkeitsstudien für die Planung bezahlt hat. 7,6 Millionen Euro Zuschuss erhoffte sich die Stadt aus dem Welterbetopf des Bundes, des Rest sollte durch Fördermitteln des Landes und der EU finanziert werden. Zwar geht Lübeck bei der Verteilung der Fördergelder nicht leer aus - erhält vom Bund aber statt der erhofften 25 Millionen Euro nur 11,6 Millionen Euro. Gefördert werden damit unter anderem Ausgrabungen im Gründerviertel und die Sanierung einer Straßenzeile - jedoch nicht das Hansemuseum.

Die tief verschuldete Hansestadt hatte optimistisch auf den Fördertopf des Bundes gesetzt - und zeigt sich nun ratlos und überrascht. Die Possehlstiftung hat bereits deutlich gemacht, ihren Beitrag von 14 Millionen Euro nicht weiter aufzustocken. Man habe noch weitere „Eisen im Feuer“ lautet die vage Durchhalteparole der zuständigen Kultursenatorin Annette Borns (SPD), die auf Fördertöpfe der EU oder ein weiteres Konjunkturprogramm hofft. Nach Mitteln aus der Kulturförderung oder anderen Stiftungen suchen, rät Björn Engholm, Mitglied des Beirates Europäisches Hansemuseum. Eine Förderung vom Land schlägt dagegen IHK-Lübeck-Geschäftsführer Bernd Rohwer vor. Während die Lübecker Grünen sich in ihrer von vornherein ablehnenden Haltung bestätigt fühlen, schlägt SPD-Fraktionschef Peter Reinhardt eine abgespeckte Version des Museums vor, das sich mit den 14 Millionen Euro der Possehlstiftung finanzieren lässt.

Das Hansemuseum ist bereits seit Jahren im Gespräch. Es soll auf dem Gelände des Burgklosters stehen und mit dem schon bestehenden Museum Burgkloster teilweise unterirdisch verbunden werden. Hierzu soll der Burghügel, in dem sich jetzt ein Bunker befindet, umgebaut werden. An dieser Stelle war auch einst die erste Bebauung der Hansestadt. Die Geschichte der Hanse, archäologische Grabungsergebnisse und die Parallelen der Hanse mit der EU sollen gezeigt werden. 120.000 Besucher im Jahr erhofft sich die Stadt. Mit dem Museum wollte man auch die nördliche Altstadt aufwerten und die Touristen stärker in diese Ecke locken. „Wenn es ein Hansemuseum gibt, dann muss es in Lübeck stehen“, hatte Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) stets deutlich gemacht. Einen konkreten Terminplan hatte die Stadt bisher nicht aufgestellt. Nun ist zumindest eines klar: Kurzfristig wird es wohl eher nichts mit dem Hansemuseum.

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