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Politik Aminata Touré stellte Barack Obama vor
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19:48 07.04.2019
Von Anne Holbach
Aminata Touré twitterte nach dem Treffen mit Barack Obama ein Video und schrieb dazu: "Was für eine Ehre! Durfte heute @BarackObama beim #ObamaTownHall in Berlin vorstellen!" Quelle: Twitter @aminajxx (Screenshot)
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Berlin/Kiel

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat bei der #ObamaTownHall in Berlin junge Menschen weltweit zu mehr politischem Engagement aufgefordert und dabei unter anderem Klima- und Umweltschutz genannt. Vorgestellt wurde er von der schleswig-holsteinischen Landtagsabgeordneten Aminata Touré (Grüne).

Die 26-jährige Aminata Touré erzählte vor rund 300 Besuchern ihren Weg in die Politik: "Ich bin in einer Unterkunft für Geflüchtete in Neumünster aufgewachsen und habe mitbekommen, wie Politiker*innen Entscheidungen für eine Gruppe treffen, ohne zu wissen, wie es sich anfühlt, von diesen Entscheidungen und Gesetzen betroffen zu sein."

Daraufhin habe sie sich gefragt, wie sie Gehör bekommen könne und ob sie für ein politisches Amt kandidieren könne. Ermutigt habe sie indirekt Barack Obama. "Er hat Menschen jeglichen Hintergrunds inspiriert, eine aktive Rolle in der Politik einzunehmen. Er war ein Vorbild, das mir deutlich machte, wenn ich die Zukunft mitgestalten möchte, dann kann ich niemand anderes für mich sprechen lassen."

Zwei Küsse zur Begrüßung für Aminata Touré 

Barack Obama begrüßte Aminata Touré auf der Bühne mit zwei Küssen auf die Wange. „Ich bin sehr stolz auf dich“, raunte er ihr zu und wendete sich dann den Zuhörern im Saal zu. „Ihr könnt die Welt verändern“, rief der frühere US-Präsident den angehenden Führungskräften in der ESMT-Privathochschule zu.

„Ihr lasst euren Großvater oder eure Großmutter auch nicht entscheiden, welche Kleider ihr tragen oder welche Musik ihr hören wollt. Warum lasst ihr sie dann bestimmen, in welcher Welt ihr leben sollt?“ Zugleich warnte er vor einem zunehmenden Populismus in der Welt.

Touré: "Obama war sehr locker"

Vor dem Auftritt konnte Aminata Touré ein kurzes Gespräch mit Barack Obama führen. Sie wollte wissen, wie man es schafft seine Vorstellungen mit der Realpolitik zusammenzubekommen. Es sei nicht immer möglich, zu 100 Prozent das zu kriegen, was man wolle, sagte er. Kompromisse seien wichtig.

Sie sei sehr aufgeregt gewesen. „Aber er war sehr cool und locker“, so Touré am Sonntag gegenüber KN-online. Er habe ihr ganz normale Fragen zum Alltag im Landtag gestellt. Aminata Touré ist die jüngste und erste schwarze Landtagsabgeordnete Schleswig-Holsteins. „Er war sehr wertschätzend und hat gesagt, er findet gut, was ich mache.“

Es war nicht ihre erste Begegnung mit Barack Obama: Aminata Touré hat ihn schon einmal bei einer Diskussionsveranstaltung in Auckland gesehen – allerdings nur aus der Ferne.

Die 26-Jährige war im vergangenem Oktober mit einer Delegation schwarzer Abgeordneter in Washington D.C. und ist so erstmals in Kontakt mit der Obama-Foundation gekommen. Wohl weil sie den Verantwortlichen aufgefallen sei, wurde sie für die Begrüßung bei der Berliner Veranstaltung angefragt.

TownHall mit Barack Obama und Aminata Touré: Das ganze Video

Barack Obama mied Donald Trump

Die Jugend sollte über den politischen Kurs mitentscheiden, sagte Obama. Das gelte gerade auch für Umweltpolitik und Klimaschutz. Wie schon bei einem Auftritt am Donnerstag in Köln vermied es Obama auch am Sonnabend, seinen Nachfolger Donald Trump beim Namen zu nennen. Aber diese Aufforderungen dürften wieder an dessen Adresse gerichtet gewesen sein.

Obama hatte sich bei seiner Deutschlandtour in Köln vor mehr als 14.000 Menschen unter anderem „zuversichtlich und vorsichtig optimistisch“ geäußert, dass die USA im Klimaschutz bald wieder führend sein werden.

Allerdings wurde auch Barack Obamas Klimapolitik während seiner Präsidentschaft von deutscher Seite immer wieder kritisiert. Er hatte das Thema auch erst relativ spät für sich entdeckt. In Obamas zweiter Amtszeit war dann 2015 das Pariser Klimaabkommen ausgehandelt worden. Trump leitete als eine seiner ersten Amtshandlungen den Austritt der USA aus dem Abkommen ein.

Barack Obama in Deutschland: Ändert die Welt!

Wenn man voneinander lerne, könne man die Welt verändern, munterte Obama die mehreren hundert jungen Leute auf. Die sozialen Medien seien das Netzwerk, das eine weltweite Verständigung ermögliche. Aber diese Medien müssten auch für Desinformationen herhalten und könnten damit auch für Konflikte sorgen.

Europa habe einen der höchsten Lebensstandards weltweit, gute Bildung und Demokratie. Aber: „Wir leben in unsicheren Zeiten.“ Mächtige Kräfte wollten diesen Standard zerstören. Der Ex-Präsident verabschiedete sich bei der Veranstaltung mit den Worten: „Ändert die Welt.“

Katharina Schulze und die Ghettofaust

Die Grünen-Fraktionschefin in Bayern, Katharina Schulze, fragte Barack Obama, wie er die persönlichen Angriffe gegen sich verarbeite. Beide gaben sich einen sogenannten Faustgruß - umgangssprachlich als „Ghettofaust“ bekannt.

Barack Obama ist bekannt für diese Art der Begrüßung, immer wieder hatte er so als US-Präsident Leute gegrüßt, etwa Angestellte und Besucher im Weißen Haus. Auf die Frage selbst ging er eher ausweichend ein.

Am Freitag hatte sich Obama auch mit Kanzlerin Angela Merkel zu einem anderthalbstündigen Meinungsaustausch getroffen. Dabei dürfte es auch um die angespannten transatlantischen Beziehungen gegangen sein. Herzlichkeit und Dauer des Treffen dürfte der Trump-Administration in Washington nicht entgangen sein.

mit dpa

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