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10:52 09.06.2019
Verzicht auf Kurzflüge, Fleisch und Autofahren in der Stadt – in einer Umfrage zeigt sich eine Mehrheit der Deutschen bereit, darauf zu verzichten, um den Klimawandel zu stoppen. Quelle: Christoph Schmidt/dpa
Berlin

Für den Kampf gegen den Klimawandel zeigt sich eine Mehrheit der Deutschen zu Verhaltensänderungen bereit - jedenfalls auf dem Papier. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov für die Deutsche Presse-Agentur sind drei von vier Erwachsenen (74 Prozent) bereit, auf Kurzstreckenflüge zu verzichten.

63 Prozent würden „deutlich“ weniger Fleisch essen, immerhin noch 56 Prozent das Auto in Innenstädten stehenlassen. Im Flug- und Straßenverkehr sowie in der Tierhaltung entstehen viele Treibhausgase.

Eine Frage des Geldes

Wenn es ums Geld geht, fallen die Ergebnisse unterschiedlicher aus. Die Hälfte der Deutschen fände es demnach akzeptabel, wenn Tickets für Flugreisen deutlich mehr kosteten. Bei den Spritpreisen sieht das aber nur gut jeder Vierte (27 Prozent) so. Deutlich höhere Preise für Fleisch fände gut jeder Zweite (52 Prozent) in Ordnung, wenn es der effektiven Begrenzung des Klimawandels und einer nachhaltigen Agrarpolitik dient.

Wenig Toleranz zeigen die Bürger bei Strompreisen: Deutlich mehr Geld für Ökostrom etwa aus Wind oder Sonne würden der Umfrage zufolge nur 20 Prozent bereitwillig zahlen.

Steaks, Wurst und Burger

Es ist ein bekanntes Phänomen, dass Befragte tendenziell „sozial erwünscht“ antworten, weil sie von anderen und sich selbst auf eine bestimmte Weise gesehen werden wollen. Aber handeln sie auch danach?

Ein Blick auf die Statistik des Agrarministeriums etwa zeigt, dass der Fleischkonsum in den vergangenen Jahren nur leicht rückläufig war und zuletzt sogar etwas stieg. Der geschätzte Pro-Kopf-Verzehr lag 2018 bei 60,1 Kilo.

Der Anteil der Inlandsflüge sinkt vor allem statistisch, weil die Gesamtzahl aller Flüge wächst und wächst. 2018 flogen laut Statistischem Bundesamt 23,5 Millionen Passagiere im Inland. 2017 waren es 23,7 Millionen, das macht ein Minus von 0,8 Prozent. Der Pkw-Verkehr hat laut Umweltbundesamt zwischen 1995 und 2017 um knapp 18 Prozent zugenommen.

Was die Regierung will

Union und SPD streiten derzeit über den richtigen Weg, Deutschland beim Klimaschutz wieder auf Kurs zu bringen. Im Gespräch ist ein sogenannter CO2-Preis, der den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) verteuert - und damit einerseits klimafreundliche Technologien fördert, andererseits auch die Konsumenten zum CO2-Sparen bringen soll, indem sie etwa weniger Autofahren oder eine modernere Heizung einbauen. Unter anderem Benzin und Heizöl würden damit teurer werden.

Die Befürworter so eines CO2-Preises wollen, dass das Geld den Bürgern wieder zugute kommt, etwa als Rückzahlung pro Kopf oder über Entlastungen an anderer Stelle.

Für die Umfrage wurden 2042 Personen zwischen dem 3. und dem 5. Juni befragt.

Von RND/dpa

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