Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Politik Zum ersten Mal: 16-Jährige dürfen wählen
Nachrichten Politik Zum ersten Mal: 16-Jährige dürfen wählen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:12 26.03.2017
Jugend vor dem Landtag. Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Am Ende des Tages könnten die Erstwähler das Zünglein an der Waage sein. Während Kritiker von einer Verschiebung Richtung links sprechen, halten Forscher der Bertelsmann-Stiftung das abgesenkte Wahlalter für eine Investition in die Zukunft – mit langfristigen Effekten.

CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther sieht die Änderung skeptisch. „Man muss junge Menschen jung sein lassen“, sagt er. „Man kann keine vollen Pflichten auferlegt bekommen, wenn man noch nicht alle Rechte hat.“ Dagegen bekräftigt SPD-Fraktionschef Ralf Stegner die Position der rot-grün-blauen Regierungskoalition. Diese hatte das Wahlgesetz 2013 geändert. „Unser Ziel ist es, durch die Herabsetzung des Wahlalters das Interesse für Demokratie bei jungen Menschen zu stärken und sie zu animieren, Politik aktiv mitzugestalten.“

Junge Menschen ermuntern

Grünen-Spitzenkandidatin Monika Heinold sieht die Politiker allerdings in der Pflicht: „Wir wollen junge Menschen ermuntern, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten. Nun ist es unsere Verantwortung, mit Schulklassen und Jugendorganisationen zu diskutieren und für die Abgabe der Stimme für eine demokratische Partei zu werben.“ Das ist eigentlich ganz im Sinne der FDP. Sie hatte ursprünglich gegen die Änderung gestimmt. „Wir hätten uns gewünscht, dass erst die politische Bildung an Schulen gestärkt und dann das Alter gesenkt wird“, sagt Parteisprecher Klaus Weber.

Ein Selbstgänger sei diese Änderung in der Tat nicht, heißt es in der Bertelsmann-Studie „Wählen ab 16“. Jugendliche Erstwähler müssten aktiv begleitet werden – in Schulen, Medien und im sozialen Umfeld. In Deutschland zeichne sich eine Trendwende ab. Die Forscher sprechen von einer „Repolitisierung der jüngeren Generation, die durch eine Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre verstärkt werden“ könne. Mein erstes Mal: Wenn es gelingt, durch „Wählen ab 16“ die Einstiegswahlbeteiligung deutlich zu steigern, erhöhe sich langfristig auch die gesamte Wahlbeteiligung. Wer schon in jungen Jahren sein Kreuzchen macht, wird das auch später regelmäßig tun.

Projekt #ersteWahl

Die Kieler Nachrichten und die Segeberger Zeitung starten dazu ein Projekt mit dem Namen #ersteWahl. Ziel ist es, möglichst viele Erstwähler zu animieren, von ihrem Recht Gebrauch zu machen. Bis zur Wahl werden auf www.kn-online.de, Instagram, bei Snapchat und in anderen sozialen Medien Politiknachrichten jugendgerecht aufgearbeitet.

Von kti: Kerstin Tietgen

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble erwartet von den vielen Einwanderern hierzulande, dass sie sich um ihre Integration bemühen. Der CDU-Politiker räumte ein, dass die Politik auf die Flüchtlingskrise zu langsam reagiert habe.

26.03.2017

Im Fall der Terrorattacke auf einen Berliner Weihnachtsmarkt mit zwölf Todesopfern kommen neue Details ans Licht. Die Polizei soll bereits Monate vorher vor einem Anschlag durch Anis Amri gewarnt haben. NRW-Innenminister Jäger gerät unter Druck.

26.03.2017

Seit Wochen demonstrieren in Weißrussland Menschen gegen die Politik des autoritären Staatschefs Lukaschenko. Die Proteste der Opposition am Wochenende enden mit Gewalt und Festnahmen.

25.03.2017