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Schleswig-Holstein In diesen Kliniken gibt es Warnstreiks
Nachrichten Schleswig-Holstein In diesen Kliniken gibt es Warnstreiks
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16:37 25.04.2019
Von Heike Stüben
Foto: In Hamburg sind bereits Hunderte Ärzte und Ärztinnen auf die Straße gegangen - in Schleswig-Holstein ruft die Ärztegewerkschaft Marburger Bund ihre Mitglieder am Montag zum Warnstreik auf.
In Hamburg sind bereits Hunderte Ärzte und Ärztinnen auf die Straße gegangen - in Schleswig-Holstein ruft die Ärztegewerkschaft Marburger Bund ihre Mitglieder am Montag zum Warnstreik auf. Quelle: Daniel Reinhardt/dpa
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Bad Segeberg

"Der Berufsalltag der Ärztinnen und Ärzte in den Krankenhäusern ist geprägt von einer steigenden Arbeitsbelastung, einer hohen Anzahl an Zusatzdiensten und vielen Überstunden", erklärte Dr. Joachim Schur, stellvertretender Landesvorsitzender vom Marburger Bund, in Bad Segeberg.

"Die Ärztinnen und Ärzte sind am Limit. Sie haben ein Anrecht auf Planbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit." Zwei freie Wochenenden im Monat müssten endlich Realität werden. Dazu seien geregelte Dienstpläne und eine Reform des Bereitschaftsdienstes notwendig. Außerdem fordert der Marburger Bund eine "automatisierte, manipulationsfreie Arbeitszeiterfassung".  

Warnstreik an kommunalen Häusern

Deshalb ruft der Marburger Bund Schleswig-Holstein die rund 2000 angestellten Ärztinnen und Ärzte zum Warnstreik auf im kommunalen Gesundheitsdienst und allen Krankenhäusern, in denen der Tarifvertrag für Ärzte im öffentlichen Dienst angewendet wird.

Diese Kliniken sind vom Streik betroffen

Westküstenklinikum Heide / Brunsbüttel
Kliniken Nordfriesland gGmbH (Husum, Niebüll, Tönning, Föhr)
Regio Kliniken GmbH (Elmshorn, Pinneberg, Wedel)
Johanniter-Krankenhaus Geesthacht
Sana Kliniken Lübeck
Sana Kliniken Ostholstein (Eutin, Oldenburg, Fehmarn, Middelburg)
FEK Neumünster
Klinik Preetz
Städtisches Krankenhaus Kiel
Imland Kliniken (Rendsburg, Eckernförde)
Segeberger Kliniken GmbH
Helios Klinikum Schleswig
DRK Krankenhaus Ratzeburg

Am Montag, 29. April, wird es um 11 Uhr in Kiel eine Auftaktkundgebung auf dem Rathausplatz mit anschließendem Demonstrationszug durch die Kieler Innenstadt geben.

Patientenversorgung ist sichergestellt

Die Gewerkschaft rechnet mit einer großen Beteiligung. Die Patientenversorgung sei jedoch sichergestellt. Mit dem Warnstreik soll Druck gemacht werden auf die  Tarifverhandlungen. "Die Arbeitgeber haben durch ihre Hinhaltetaktik in den bisherigen drei Verhandlungsrunden den Groll bei den Ärztinnen und Ärzten der kommunalen Krankenhäuser und im Öffentlichen Gesundheitsdienst verstärkt", sagte Schur weiter.

Urabstimmung wird vorbereitet

Sollte wieder kein verhandlungsfähiges Angebot auf dem Tisch liegen, würden die Arbeitsniederlegungen ausgeweitet. Das erklärte Michael Wessendorf, der für die Mediziner in der Kleinen Tarifkommission sitzt. Parallel dazu bereite man die Urabstimmung vor.