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Schleswig-Holstein Klonovsky provozierte im Landeshaus Kiel
Nachrichten Schleswig-Holstein Klonovsky provozierte im Landeshaus Kiel
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22:23 19.11.2019
Von Christian Hiersemenzel
Lauter Provokationen: Michael Klonovsky war Gast der AfD-Fraktion im Landeshaus. Quelle: Frank Peter
Kiel

Die SPD hatte den Redner als „Hauptstrippenzieher der rassistischen AfD-Rhetorik“ bezeichnet, die CDU betitelte ihn als Rechtsaußen-Ableger, und die FDP sprach von einer „rassistischen Propaganda-Veranstaltung auf Kosten des Steuerzahlers“. Draußen vor der Tür skandierten Demonstranten kurz vor Veranstaltungsbeginn „Nazis raus“: Die AfD-Fraktion hatte am Dienstagabend den Autor und Gauland-Redenschreiber Michael Klonovsky zu Gast und für sich mit dem Titel „Willkommen in Absurdistan – die gnadenlose Deutschlandrevue“ geworben. Der 57-jährige Journalist las im gut gefüllten Schleswig-Holstein-Saal hauptsächlich aus seinem Blog „Acta diurna“ (zu deutsch: Tagesgeschehen) und arbeitete sich mit erkennbarer Lust an der Formulierung (Klonovsky war mal leitender Redakteur beim „Focus“) und Provokation an so ziemlich allen rechtspopulistischen Feindbildern dieser Tage ab.

"Kein Rassist, sondern Kulturchauvinist"

An den Grünen zum Beispiel. Am SPD-Bundesvize und Kieler Fraktionschef Ralf Stegner. An der Kanzlerin. An Migranten. Daran, dass man heutzutage (angeblich) nicht mehr alles sagen dürfe. An Ausländerkriminalität. Und am Islam. Er sei „kein Rassist, sondern Kulturchauvinist“, sagte er. „Aber wahrscheinlich ist das noch schlimmer.“ So berichtete Klonovsky seinem Publikum von einem sommerlichen Ausflug nach Oberammergau und davon, dass er in der ansonsten menschenleeren Bahnhofshalle „einen Trupp juveniler Schwarzer“ vorgefunden habe, „vertieft in eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen, ins Herumlungern. Gut, dachte ich, was sollen sie in Deutschland anderes tun? Sie säen nicht, sie ernten nicht, und das Sozialamt nährt sie doch; die Vöglein wären töricht, wenn sie davonflögen.“ Die „Mohrenbuben“ habe er „als Empfangskomitee eines pittoresken oberbayerischen Alpenstädtchens (...) denkbar unpassend“ empfunden: „Sie passten nicht dorthin. Sie waren groteske Fremdkörper.“

Beifälliges Gelächter im Publikum

Im Publikum regte sich kein Widerspruch, stattdessen gab es beifälliges Gelächter. Als Fragen erlaubt wurden, erkundigten sich Besucher nach Klonovskys Einstellung zum Thema Atomkraft. Er wundere sich, dass sich Jugendliche nicht stärker über die Optik von Windrädern aufregten, antwortete er. Im Vergleich zu den hässlichen Turbinen in der Landschaft sei ihm „doch ein bisschen Gammastrahlung weniger suspekt“. Die Option Kernenergie sei auf mittlere Sicht keineswegs vom Tisch. Die Politiker seien „derzeit die Dümmsten, die diese Republik jemals hatte“, teilte er mit, gab seinem Publikum aber auch zu verstehen, dass er ihm nicht sagen werde, wo es langgeht. Weder sei er in einer Partei noch wählbar. Was man "gegen die Balkanisierung“ tun könne, wollte einer wissen. Klonovsky zögerte einen Moment. „Entweder man geht ins Exil, oder man macht einen Waffenschein.“ Da nickten im Saal nicht wenige.

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