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Schleswig-Holstein Alte Liebe rostet doch? Schwimmende Oldtimer sind hübsch, aber teuer
Nachrichten Schleswig-Holstein Alte Liebe rostet doch? Schwimmende Oldtimer sind hübsch, aber teuer
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14:53 20.10.2019
Die "Amrumbank" liegt im Ratsdelft im Zentrum der Stadt. Marode Schiffe an Nord- und Ostsee verschlingen Millionensummen für Unterhalt und Sanierung. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Emden/Rostock

“Ein Schiff ist im Hafen sicher, aber dafür wurde es nicht gebaut“, lautet ein altes Sprichwort, das wohl die Bedeutung der Seefahrt unterstreichen soll. Schiffe in Fahrt zu halten, ist jedoch aufwendig und teuer. Und selbst Museumsschiffe, die nur im Hafen liegen, verursachen hohe Kosten. Hier einige Beispiele von Nord- und Ostsee:

Gorch Fock“: Sanierung trotz hoher Kosten

Deutschlands wohl bekannteste Schiffsbaustelle ist die Gorch Fock. Das knapp 90 Meter lange Segelschulschiff der Marine liegt seit Monaten in der Fassmer Werft im niedersächsischen Berne und wird saniert. Im Herbst 2020 soll die 61 Jahre alte Bark wieder auf den Weltmeeren segeln.

Das Bundesverteidigungsministerium hatte beschlossen, die Sanierung trotz der völlig aus dem Ruder gelaufenen Kosten zu vollenden. Für den Steuerzahler wird das teuer. Die Kosten der seit Ende 2015 laufenden Sanierung haben sich von geplanten 10 Millionen Euro mehr als verzehnfacht. Sie sollen aber nach einer Vereinbarung 135 Millionen Euro nicht übersteigen.

„Seute Deern“: Zukunft ungewiss

Die 100 Jahre alten Bark „Seute Deern“ gilt als Wahrzeichen Bremerhavens. Der Viermast-Gaffelschoner war einst im Holztransport eingesetzt und liegt schwer angeschlagen im Museumshafen. Im Februar setzte dem Schiff ein Feuer zu, am 30. September sackte es auf den Grund des Hafens ab. Es musste geborgen werden.

Seitdem laufen die Pumpen an Bord und befördern täglich 4800 Kubikmeter Wasser aus dem Schiffsinneren. Am 23. Oktober will der Stiftungsrat des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM) über seine Zukunft entscheiden. 2018 hatte der Bund 17 Millionen Euro zur Restaurierung zugesagt, falls die Stadt Bremerhaven und das Bremen Land die gleiche Summe beisteuern. Die Zukunft der „Seute Deern“ (plattdeutsch für süßes Mädchen) ist also mehr als ungewiss.

Klicken Sie hier, um weitere Bilder von historischen Segelschiffen in Nord- und Ostsee zu sehen!

„Kapitän Meyer“: Als Museumsschiff zu teuer

Der ehemalige Dampftonnenleger „Kapitän Meyer“ war 1950 das erste neugebaute staatliche Schiff in der 1949 gegründeten Bundesrepublik Deutschland. 1952 war es an der historischen Übergabe Helgolands von den Alliierten beteiligt und fuhr bis 1983 Einsätze als Wartungsschiff für Feuerschiffe und schwimmende Seezeichen.

Inzwischen ist das Museumsschiff nicht mehr in Fahrt, eine Sanierung und die Einbindung ins Wilhelmshavener Küstenmuseum würden mehr als 2,3 Millionen Euro kosten. Der Rat der Stadt hat ein entsprechendes Nutzungskonzept wegen kaum abschätzbarer Folgekosten soeben abgelehnt. Die Zukunft auch dieses Schiffes ist damit offen.

Amrumbank/Deutsche Bucht“: Sanierungsbedürftig

Das frühere Feuerschiff Amrumbank/Deutsche Bucht ziert seit Jahren den Emder Ratsdelft. Das 104 Jahre alte Museumsschiff mit Restaurant muss jetzt dringend saniert werden, derzeit läuft die Ausschreibung zur Generalüberholung für rund 4,4 Millionen Euro an.

Der neue Verein „Maritimes Kulturgut Deutsche Feuerschiffe“ kümmert sich um die letzten sieben Feuerschiffe in deutschen Häfen von Borkum bis Lübeck, zwei davon sind nicht mehr fahrbereit. Der Verein erwartet rund 10 Millionen Euro Bundesmittel und weitere 10 Millionen an Zuschüssen zur Sanierung aller Schiffe.

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Von RND/dpa

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