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Schleswig-Holstein Angesägte Gasleitung in Itzehoe: Angeklagter muss in Psychiatrie
Nachrichten Schleswig-Holstein

Angesägte Gasleitung in Itzehoe: Angeklagter muss in Psychiatrie

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15:59 31.08.2020
Ein Mann hat in Itzehoe eine Gasleitung angesägt und sich anschließend selbst in die Psychiatrie eingewiesen. Der Prozess gegen ihn ist nun zu Ende gegangen. (Symbolbild) Quelle: Christian Charisius/dpa
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Itzehoe

Im Prozess um eine angesägte Gasleitung hat das Landgericht Itzehoe am Montag den Angeklagten vom Vorwurf des versuchten Mordes freigesprochen. Die Schwurgerichtskammer ordnete jedoch die Unterbringung des 63-Jährigen in einer psychiatrischen Einrichtung an, wie eine Gerichtssprecherin sagte.

Mit ihrer Entscheidung folgte die Kammer dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte lediglich Freispruch gefordert.

Angeklagter erzählte in Klinik von angesägter Gasleitung

Der Angeklagte ist laut Staatsanwaltschaft seit 1993 wegen einer Psychose in Behandlung.  Er legte vor Gericht ein Geständnis ab. Danach beschädigte er am 19.3. dieses Jahres die Gasleitung in seinem Heizungskeller mit einer Metallsäge. „Es sollte richtig rumsen, aber niemand verletzt werden“, erklärte er vor Gericht.

Er sei unmittelbar nach der Tat in eine psychiatrische Klinik gefahren, um sich selber einzuweisen. Dort habe er einem Arzt von der angesägten Gasleitung erzählt. Dieser alarmierte sofort die Polizei. Entsprechend wurde das Gasleck rechtzeitig entdeckt, bevor es zu einer Explosion kam.

Von RND/dpa