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Schleswig-Holstein Eine neue Stufe der Eskalation in Preetz
Nachrichten Schleswig-Holstein Eine neue Stufe der Eskalation in Preetz
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08:46 13.04.2018
Von Silke Rönnau
Foto: Auf dem Preetzer Marktplatz sorgen Jugendliche schon seit Monaten für Ärger, weil sie Passanten beleidigen und bedrohen. Ein Mädchen und ein Polizist wurden dort im Herbst verletzt. Am Dienstag attackierten die Jugendlichen die örtliche Polizeistation und bewarfen Beamte mit Steinen.
Auf dem Preetzer Marktplatz sorgen Jugendliche schon seit Monaten für Ärger, weil sie Passanten beleidigen und bedrohen. Ein Mädchen und ein Polizist wurden dort im Herbst verletzt. Am Dienstag attackierten die Jugendlichen die örtliche Polizeistation und bewarfen Beamte mit Steinen. Quelle: Ulf Dahl
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Preetz

„Eine solche Attacke kann ich nur auf das Schärfste verurteilen und bin sicher, dass Polizei und Justiz nun alles tun werden, um die Täter zu belangen“, kommentierte Bürgermeister Björn Demmin aus dem Urlaub die Vorfälle. Die Rolle der Stadt werde es weiterhin sein, gemeinsam mit der Polizei dafür zu sorgen, dass die Bürger sich in Preetz sicher fühlen und sicher sind. „Ich kann nur appellieren, sich von den Vorfällen nicht verunsichern zu lassen. Preetz ist kein gefährlicher Ort.“

Die Streetworker und das Netzwerk Jugendhilfe würden weiter hart arbeiten, um die Jugendlichen zu erreichen. „Wer allerdings solche Straftaten begeht, hat kein Entgegenkommen verdient und muss die Konsequenzen tragen“, so Demmin. Laut seiner Stellvertreterin Ulrike Michaelsen, die derzeit die Amtsgeschäfte im Rathaus führt, wurde die Verwaltung von der Polizei über die Vorfälle informiert.

"Wie in amerikanischen Filmen"

„Ich habe mich sehr erschrocken, als ich das in den Kieler Nachrichten gelesen habe“, gab der CDU-/FWG-Fraktionsvorsitzende Axel Schreiner zu. „Damit ist jetzt eine ganz andere Eskalationsstufe erreicht.“ Die Kommunalpolitik habe bereits eine Menge auf den Weg gebracht, aber in so einem Fall sei ihr Handlungsspielraum nur begrenzt. „Jetzt sind Polizei und Gerichte gefragt, hart durchzugreifen.“ Die Respektlosigkeit gegenüber Polizeibeamten sei erschütternd. „Das kennt man eigentlich nur aus amerikanischen Filmen.“ Er betonte aber auch, dass die Gewalt nur von einer relativ kleinen Gruppe ausgehe.

Verstärkung für Polizei vor Ort gefordert

„Wer die Polizei angreift, greift den Rechtsstaat an“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Kristian Klinck. „Eine schnelle, harte und gerechte Strafe ist notwendig.“ Man verlange vom Innenministerium, die Polizei in Preetz personell zu verstärken. Parallel dazu soll der präventive Ansatz der Stadt beibehalten werden, „da er bei anderen Jugendlichen erfolgreich war und ist“.

Als „erschütternd“ bezeichnete der CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Werner Kalinka die Attacken. Wer bereit sei, Menschen zu verletzen, Eigentum zu beschädigen und die Autorität des Staates in Frage zu stellen, müsse dafür gerade stehen. „Das sind keine Bagatellen.“

Niklas Wieczorek 13.04.2018
Frank Behling 13.04.2018