Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein Junge zum Missbrauch und Mord angeboten
Nachrichten Schleswig-Holstein Junge zum Missbrauch und Mord angeboten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:53 09.02.2018
Peter Egetemaier, Leiter der Freiburger Kriminalpolizei, liest in einer Akte der Ermittlungsgruppe "Kamera". Die Polizei hat acht Tatverdächtige verhaftet. Sie sollen jahrelang einen Neunjährigen missbraucht haben. Die Polizisten haben rund vier Monate lang intensiv ermittelt. Quelle: Patrick Seeger
Karlsruhe/Kiel

Im deutschlandweit Aufsehen erregenden Fall des jahrelang sexuell missbrauchten Jungen aus dem Raum Freiburg ist Anklage gegen einen Mann aus Schleswig-Holstein erhoben worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft Karlsruhe am Freitag mit. Dem einschlägig vorbestraften 43-Jährigen wird vorgeworfen, über das sogenannte Darknet bei dem 39 Jahre alten Freund der Mutter des Neunjährigen angefragt zu haben, ob er das Kind missbrauchen und dann töten könne.

Zu dem Treffen sei es nicht gekommen, da der 39-Jährige - selbst ein verurteilter Vergewaltiger von Kindern - die Ermordung des Jungen ablehnte. Alternativ habe sich der Schleswig-Holsteiner erkundigt, ob man gemeinsam ein anderes Kind entführen, missbrauchen und töten könne, hieß es weiter. Die Anklage sei am 1. Februar wegen "Sichbereiterklärens zum Mord und Sichbereiterklärens zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern" erhoben worden. Außerdem wird dem Mann der Besitz kinder- und jugendpornografischer Videos zur Last gelegt.

Angeklagter hatte Fesselwerkzeuge im Gepäck

Der Angeklagte sitzt seit Anfang Oktober vergangenen Jahres in Untersuchungshaft und ist einschlägig vorbestraft. Er war extra für die Vergewaltigung des Jungen angereist - zu dem Zeitpunkt waren ihm aber die Ermittler schon auf der Spur. Spezialkräfte nahmen ihn in Karlsruhe fest. Der Mann hatte Fesselwerkzeug im Gepäck und soll vorher schon Tötungsfantasien im Zusammenhang mit dem Missbrauch von Kindern geäußert haben.

Mutter und deren Freund boten den Jungen im Internet an

Gegen einen weiteren mutmaßlichen Sexualstraftäter ist beim Landgericht Freiburg bereits eine Anklage anhängig. Um wen es sich handelt, wurde bisher nicht mitgeteilt. Insgesamt sitzen acht Verdächtige aus dem In- und Ausland in Untersuchungshaft, darunter die 47 Jahre alte Mutter des Jungen und ihr Freund. Dem Paar wird vorgeworfen, das Kind seit 2015 gegen mehrere Tausend Euro für Sex im Internet angeboten haben. Außerdem soll sich das Paar selbst an dem Jungen vergangen haben.

Der Missbrauchsfall war erst im Januar öffentlich gemacht worden und gilt als eines der schwerwiegendsten Sexualverbrechen an Kindern, die die Behörden im Südwesten jemals bearbeitet haben. Der Neunjährige ist inzwischen in staatlicher Obhut. Im Zusammenhang mit den Taten stehen auch Justiz und Jugendamt in der Kritik. Sie hatten den Jungen zurück zur Mutter geschickt - trotz deren Beziehung zu ihrem wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestraften Freund. Zwar wurde diesem der Kontakt zu Kindern untersagt, aber er hielt sich nicht an die Auflagen.

Von dpa

Im Atomkraftwerk Brokdorf (Kreis Steinburg) haben Experten bei einer Inspektion im Abgassystem an einem Kompressor eine gebrochene Passfeder festgestellt. Wie das Energieministerium in Kiel am Freitag mitteilte, gehört der Defekt zur untersten Meldekategorie N.

09.02.2018

Ende Oktober sorgte der Frachter „Glory Amsterdam“ für Schlagzeilen: Das Schiff trieb einen Tag lang steuerungsunfähig über die Nordsee und strandete vor Langeoog. Das Maritime Cluster Norddeutschland (MCN) hat diesen Vorfall zum Anlass genommen, die neue Fachgruppe „Maritime Sicherheit“ zu gründen.

Frank Behling 08.02.2018

Sie ist die Speerspitze gegen den Krebs: Seit 65 Jahren legt die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft Lücken in der Versorgung schwerstkranker Menschen und ihrer Familien offen – und füllt dieses Vakuum. Was die Bevölkerung dem Verein zu verdanken hat, das wurde bei einem Festakt deutlich.

Heike Stüben 08.02.2018