Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein Kernbrennstoff bleibt länger im Atomkraftwerk Brunsbüttel
Nachrichten Schleswig-Holstein Kernbrennstoff bleibt länger im Atomkraftwerk Brunsbüttel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:09 19.01.2020
Das Atomkraftwerk Brunsbüttel an der Elbe. Quelle: Maurizio Gambarini/dpa
Anzeige
Kiel

Die Atomaufsicht des Landes Schleswig-Holstein hat die Kernbrennstoffaufbewahrung in Brunsbüttel verlängert. Die atomrechtliche Anordnung, die im Januar 2015 erteilt worden war, wurde erneut verlängert. Wesentlicher Grund für die weitere Verlängerung ist, dass das laufende Neugenehmigungsverfahren bis Ende des Monats noch nicht abgeschlossen sein wird, schrieb das Ministerium am Sonntag.

Die Anordnung war notwendig geworden, weil die atomrechtliche Genehmigung, die das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) für das Standortzwischenlager Brunsbüttel im Jahre 2003 erteilt hatte, vom Oberverwaltungsgericht Schleswig im Juni 2013 aufgehoben worden war. Das Bundesverwaltungsgericht hatte diese Entscheidung im Januar 2015 bestätigt. Deshalb ist diese Genehmigung seither nicht mehr gültig.

Anzeige
Mit dem Zerlegen der Einbauten im Reaktordruckbehälter hat der Abbau des 2011 stillgelegten Kernkraftwerks Brunsbüttel begonnen. Dabei kommt ein spezieller Roboter zum Einsatz.

Verlängerung ohne konkrete Befristung

Die Betreibergesellschaft hatte danach abermals eine Genehmigung beantragt. In dem neuen Verfahren sollen die gerichtlich festgestellten Defizite, die sich auf den Schutz des Zwischenlagers vor Terroreinwirkungen beziehen, ausgeräumt werden.

Lesen Sie auch: Roboter zerlegt Reaktorteile im stillgelegten AKW Brunsbüttel

„Ich erwarte von Betreiber und Bundesamt, dass diese vorläufige Regelung nun so schnell wie möglich durch einen belastbaren Genehmigungsbescheid ersetzt wird“, sagte Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) laut Mitteilung. Im Unterschied zu den Aufbewahrungsanordnungen aus den Jahren 2015 und 2017 enthalte die jetzige Verlängerung keine konkrete terminliche Befristung.

Kernkraftwerk Brunsbüttel seit 2007 abgeschaltet

Das Kernkraftwerk Brunsbüttel ist seit 2007 dauerhaft abgeschaltet. Ende 2018 wurde die Genehmigung zur Stilllegung und zum Abbau erteilt. Insgesamt befinden sich in dem für 80 Castor-Behälter konzipierten Lagergebäude 20 Behälter mit 965 Brennelementen, die sämtlich aus dem Betrieb von Brunsbüttel stammen.

Lesen Sie auch: So soll das AKW Brunsbüttel abgerissen werden

Von dpa/RND

19.01.2020
Haustarif Entlastung - UKSH und Verdi vor dem Durchbruch?
Heike Stüben 18.01.2020