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Schleswig-Holstein Straßen werden zu tödlichen Rutschbahnen
Nachrichten Schleswig-Holstein Straßen werden zu tödlichen Rutschbahnen
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16:54 31.07.2019
Von Bastian Modrow
„Es war, als würde man durch eine Regenwand fahren“: So berichten Nutzer bei Twitter über die Wetterverhältnisse auf der Autobahn 210. Extreme Niederschläge sorgten in Schleswig-Holstein für viele Autounfälle. Quelle: Christian Müller/stock.adobe.com
Kiel

Meteorologen prognostizieren, dass sich Autofahrer aufgrund des Klimawandels grundsätzlich häufiger auf Starkregen einrichten sollten. „Es kommt vermehrt zu südwestlichen Wetterlagen, bei denen feuchte Luft von den Balearen oder aus dem Mittelmeer zu uns geführt wird und die sich hier dann mit maritimer Luft durchmischen“, sagt Kent Heinemann, Meteorologe von Wetterwelt in Kiel.

Das Problem: Je wärmer die Luftmasse ist, desto mehr Wasserdampf könne sie aufnehmen. Es bilden sich Quellwolken, die ab einem bestimmten Punkt die Feuchtigkeit nicht mehr halten können. „Die Folge sind dann kräftige Regenschauer, die teilweise auch regional sehr begrenzt niedergehen können“, sagt der Experte.

Autofahrer: "Plötzlich sah man nichts mehr"

Ein Phänomen, das Autofahrer in den vergangenen Tagen häufiger erleben mussten – auf der Autobahn 1 im Kreis Stormarn, auf der A 210 im Kreis Rendsburg-Eckernförde oder auf der A 7 im Kreis Segeberg. „Das war, als würde man durch eine Regenwand fahren“, berichteten User bei Twitter. „Von jetzt auf gleich konnte man nichts mehr sehen.“ Andere berichteten, dass der Regen Zentimeter hoch auf der Fahrbahn gestanden habe.

Tödliche Rutschpartie auf der A 210

Ein Wetterereignis, das schnell zur tödlichen Gefahr werden kann – so wie auf der A 210. Bei Ostenfeld musste die Fahrbahn in Richtung Kiel komplett gesperrt werden, nachdem der 37-jährige Fahrer eines Sprinters bei starkem Regen einen Sattelzug überholt und beim Wiedereinscheren offenkundig die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hatte. „Der Kleintransporter überschlug sich, der Fahrer wurde eingeklemmt“, berichtet Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Für den Unfallfahrer kam trotz des Einsatzes eines Rettungshubschraubers jede Hilfe zu spät.

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Glimpflicher endete wenig später, ebenfalls auf der A 210 in Richtung Rendsburg, ein weiterer Regenunfall: Laut Hinrichs verlor ein 30 Jahre alter Autofahrer ebenfalls die Kontrolle über sein Fahrzeug und kam nach rechts von der Fahrbahn ab. Bei dem Glätteunfall durch Starkregen wurde zwar das Auto stark beschädigt, der 30-Jährige blieb aber unverletzt. Auch bei diesem Unfall gibt die Polizei Aquaplaning als Ursache an.

Video: So bilden Sie eine Rettungsgasse

ADAC: "Aquaplaning ist wie Blitzeis im Winter"

Experten beschreiben Aquaplaning als besonders tückisch: „Das kann man vergleichen wie das Auftreten von Blitzeis im Winter“, sagt Ulf Evert vom Automobilclub ADAC in Kiel. Daher spreche man auch von sogenannter Wasserglätte.

„Die Wassermassen schieben sich wie ein Keil zwischen den Straßenbelag und den Autoreifen“, erklärt der Verkehrsexperte. Die Folge: Die Reifen könnten die Wassermassen nicht mehr verdrängen und würden den direkten Kontakt zur Straße verlieren. „Durch dieses Aufschwimmen wird das Fahrzeug unbeherrschbar und unberechenbar“, sagt Evert.

Polizei gibt Tipps bei Starkregen

Jürgen Czerwonka vom Landespolizeiamt rät, in solchen Situationen keinesfalls zu bremsen oder abrupt zu lenken. „Sobald die Räder wieder Kontakt zur Fahrbahn haben, kann wieder gelenkt und die Geschwindigkeit reduziert werden“, so der Behördensprecher. Grundsätzlich gilt, bei einsetzendem Starkregen die Geschwindigkeit anzupassen. „Beträgt die Sichtweite durch Regen weniger als 50 Meter, darf nicht schneller als 50 km/h gefahren werden“, mahnt Czerwonka

Polizei und ADAC mahnen, den Zustand von Wischern, Reifen und Beleuchtung regelmäßig zu prüfen. Und sollte die Sicht so schlecht sein, dass man gar nicht mehr fahren kann, bleibt als letztes Mittel der Standstreifen (falls vorhanden). „Dann muss man allerdings auch aussteigen und hinter der Leitplanke warten“, sagt Evert

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