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Schleswig-Holstein „Bin schon Gaukler über 60 Jahr“
Nachrichten Schleswig-Holstein „Bin schon Gaukler über 60 Jahr“
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21:08 18.12.2015
Von Reinhard Zweigler
Großer Bahnhof für das Multitalent Armin Mueller-Stahl (Mitte, mit seiner Violine) in der Landesvertretung von Schleswig-Holstein in Berlin: Auch Ministerpräsident Torsten Albig (rechts daneben) gehörte zu den Gratulanten. Quelle: Thomas Koehler
Berlin

Per Videobotschaft gehörte dazu Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der frühere Ministerpräsident Björn Engholm, Ex-Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU), und der frühere WDR-Chef Fritz Pleitgen. Zusammen mit dem Komponisten Günther Fischer, mit dem Mueller-Stahl seit 50 Jahren befreundet ist, sang sich der Weltstar sein Geburtstagsständchen: „Bin schon Gaukler über 60 Jahr“.

Albig: Wahl-Sierksdorfer ist "Weltbürger"

Als einen „im besten Sinne Weltbürger“ würdigte Ministerpräsident Torsten Albig den Wahl-Sierksdorfer. Im ostpreußischen Tilsit geboren, in Prenzlau und Rostock in den Kriegswirren aufgewachsen, machte Mueller-Stahl in der DDR rasch Karriere als Schauspieler. Von seinem ursprünglichen Berufswunsch als Konzertgeiger rückte er nach mehrjährigem Musikstudium in Ost-Berlin ab. Als Schauspieler konnte er schneller seine Brötchen verdienen. Nach dem Eintreten für den Liedermacher Wolf Biermann Ende der 70er-Jahre fiel er bei den DDR-Oberen jedoch in Ungnade.

Er ging nach West-Berlin, arbeitete mit dem Regisseur Rainer Werner Fassbinder und wagte schließlich den Sprung nach Hollywood. Auch in den USA feierte er als Schauspieler große Erfolge, etwa in Costa-Gravas’ Film „Music Box“, wo er einen alten ungarischen Nazi spielte. Oder in „Avalon“ einen polnischen Juden, der 1914 in die USA eingewandert war. Sein komisches Talent zeigte er in dem Streifen von Jim Jarmusch „Night on Earth“ als New Yorker Taxifahrer. „Der Wechsel in die USA war sein größter Sprung. Dabei spricht er nur mäßig Englisch und kann eigentlich auch nicht Auto fahren“, wie der Chef der Berliner Filmfestspiele Dieter Kosslick launig bemerkte.

Mueller-Stahl ist mehrfach Vertriebener

„Armin Mueller-Stahl und Schleswig-Holstein – das passt“, befand Albig. Der Kieler Regierungschef hatte den Künstler vor einigen Monaten in seinem Haus an der Ostsee besucht und mit ihm dort auch über Flucht und Vertreibung gesprochen. Mueller-Stahl ist ein Vertriebener in mehrfacher Hinsicht. Im Land zwischen den Meeren habe der Künstler, der auch in Kalifornien einen Wohnsitz hat, vor über 30 Jahren eine neue Heimat gefunden. Sierksdorf sei Rückzugsraum und Stätte zum Kraftschöpfen. Seit 2010 ist Mueller-Stahl Ehrenbürger des Landes. Beeindruckt zeigte sich Albig auch von den vielen noch nicht ausgestellten Bildern in der Garage des Malers Mueller-Stahl.

Die Schauspielerin Iris Berben, seine Partnerin in der Thomas-Mann-TV-Trilogie aus dem Jahr 2001, nannte Mueller-Stahl einen „zurückhaltenden Mann“, dessen Kunst jedoch „so groß ist“. Sie las aus seiner Erzählung „Hannah“. Mueller-Stahl begeisterte die Gäste natürlich auch mit virtuosem Violinenspiel. Er wünschte sich „noch ein paar Jahre voller Gesundheit und Lebenslust“, verriet er. In nächster Zeit will er vor allem malen und weiterhin Musik machen: Ruhestand ist seine Sache nicht.

Dieses Jahr hat den ehrenamtlichen Helfern alles abverlangt. Schleswig-Holsteins DRK-Chef Torsten Geerdts hat sich mit einem Appell an die Politik gewandt. Er macht sich dafür stark, die Ehrenamtlichen im Deutschen Roten Kreuz mit denen der Freiwilligen Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks gleichzustellen.

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