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Schleswig-Holstein Neun Gemeinden aus SH als Endlager denkbar
Nachrichten Schleswig-Holstein Neun Gemeinden aus SH als Endlager denkbar
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11:39 20.09.2017
Von Heike Stüben
Wohin damit? Die bundesweite Suche nach einem Endlager hat begonnen. Quelle: dpa
Kiel

Der Zeitplan steht. Im Jahr 2022 sollen die letzten Kernkraftwerke in Deutschland abgeschaltet sein. Es bleiben 27000 Kubikmeter hochradioaktive Abfälle – das ergäbe einen Güterzug von elf Kilometern Länge. Der Bundestag hat die Suche nach einem Endlager in einem Gesetz geregelt. Bis 2031 soll schrittweise der beste Standort gefunden werden. Dort soll der Atommüll in 1900 Behältern in der Erde gelagert werden. Das Endlager soll die sichere Aufbewahrung für eine Million Jahre ermöglichen. Außerdem sollen die Behälter zumindest 500 Jahre lang wieder herausgeholt werden können. Als potenziell geeignetes Gestein gelten Salzstöcke, Tonschichten und bestimmte Granit-Formationen. Es gilt, so erklärt Wolfram König, Präsident des Bundesamts für kerntechnische Entsorgungssicherheit, „das Prinzip der weißen Landkarte: Kein Ort gilt von vornherein als geeigneter oder ungeeigneter Standort“.

Dennoch macht sich in jenen Gemeinden Unruhe breit, die bei früheren Standortsuchen als potenziell geeignet eingestuft wurden. Dazu gehören neben den Salzstöcken bei Sterup im Kreis Schleswig/Flensburg auch Hamdorf und Eisendorf-Gnutz südlich von Rendsburg, das nordfriesische Oldenswort, Hennstedt in Dithmarschen, Krempe im Kreis Steinburg sowie Siek im Lauenburgischen. Besondere Sorge macht man sich in Sterup, weil dieser Standort vom Tüv Hannover vor Jahren als besser geeignet als Gorleben bewertet worden war. Ob die Salzstöcke tatsächlich in die nähere Auswahl kommen, ist offen. Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) hat gerade ein Forschungsprojekt ausgeschrieben, in dem geklärt werden soll, ob Salzstöcke überhaupt die Bedingungen für ein Endlager erfüllen.

Auf einer Informationsveranstaltung in Sterup stehen am Dienstagabend Experten Rede und Antwort. Umweltminister Robert Habeck (Grüne) erwartet zunehmende Diskussionen, je weiter die Suche fortschreitet. „Der Atommüll ist da, und es ist unsere Aufgabe, für einen Ort zu sorgen, an dem er so sicher wie möglich aufbewahrt werden kann. Nur so können wir das unsägliche Kapitel der Nutzung der Atomenergie beenden.“ Bereits jetzt lagert hochradioaktiver Müll in den Zwischenlagern: Nach Auskunft des Landes befinden sich zurzeit in Brunsbüttel 20 gefüllte Castoren, in Krümmel 40 und in Brokdorf 29.

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