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Schleswig-Holstein Pflegebedürftige werden abgewiesen
Nachrichten Schleswig-Holstein Pflegebedürftige werden abgewiesen
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08:10 11.05.2019
Von Heike Stüben
Immer mehr Menschen sind im Alter auf ambulante Hilfe zu Hause oder die Versorgung in einem Heim angewiesen. Doch der Personalmangel zwingt Dienste und Heime dazu, Pflegebedürftige abzuweisen oder zumindest zu vertrösten. Quelle: Caroline Seidel
Kiel

Um den Personalmangel in den Griff zu bekommen, fordert Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord, dreierlei: bessere Bedingungen für Vollzeitkräfte und Berufseinsteiger und mehr ausländische Fachkräfte.

Aktuell sind 1067 offene Stellen im Land gemeldet. Inzwischen dauert es im Bundesschnitt 183 Tage, bis Heimbetreiber wieder eine freie Stelle besetzen können. Damit ist der Personalmangel in der Altenpflege im Vergleich zu anderen Branchen überdurchschnittlich hoch.

Pflegeanbieter müssen Betrieb einschränken

Das hat Folgen für Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, zeigte 2018 eine Umfrage der Fachhochschule Kiel: Danach mussten 37 Prozent der Pflegeanbieter ihren Betrieb einschränken. Auch heute müssen Heime mangels Mitarbeitern Betten sperren, ambulante Dienste Pflegebedürftige abweisen. Wer Lücken hat, versucht sie mit Personal von außen zu stopfen – mit Freiberuflern, Leiharbeitern oder durch gezielte Anwerbung im Ausland. 

Noch wichtiger als die Rekrutierung im Ausland ist für Haupt-Koopmann, das vorhandene Fachkraft-Potenzial zu heben. Denn von den 20300 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Altenpflege sind mehr als die Hälfte Teilzeitkräfte. Das trifft vor allem auf Frauen zu. „Oft, weil die jeweiligen Umstände – Stichwort Vereinbarkeit von Beruf und Familie – keine Vollzeitarbeit zulassen“, sagt Haupt-Koopmann und fordert bessere Rahmenbedingungen und Angebote, damit mehr Examinierte in Vollzeit arbeiten können. 

Bessere Arbeitsbedingungen, mehr Geld

Auch für Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein, sind bessere Personal- und Arbeitsbedingungen, aber auch eine angemessene Bezahlung notwendig, damit sich junge Menschen in der Pflege ausbilden lassen – und dann auch dort bleiben. „Wir Pflegenden übernehmen unseren Part der Verantwortung, aber auch die Politik und Arbeitgeber sind in der Pflicht, die erforderlichen finanziellen und personellen Rahmenbedingungen für die professionelle pflegerische Versorgung zu schaffen.“ 

Haupt-Koopmann geht davon aus, dass der Personalbedarf in der Pflege weiter steigt. Die demografische Entwicklung und der medizinische Fortschritt machten sie zu einer „konjunkturunabhängigen Wachstumsbranche“.

Einen Kommentar von Heike Stüben zum Thema lesen Sie hier.

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