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Schleswig-Holstein Was mit alten Weihnachtsbäumen passiert
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14:55 05.01.2019
Die Elefantenkühe (v. li.) Tika, Sabie und Tuffi stehen im Zoo in ihrem Gehege und essen einen Tannenbaum.  Quelle: Christophe Gateau/dpa
Kiel

In Kiel wird der Abfallwirtschaftsbetrieb ABK in den nächsten Wochen rund 200 Tonnen Weihnachtsbäume von 198 Sammelplätzen in den Stadtteilen abholen. Von diesem Montag an bis zum 15. Februar ist das kostenlos.

Die Bäume müssen frei sein von Lametta, Anhängern und Kerzenresten, denn sie werden in eine Kompostierungsanlage gebracht.

In Flensburg steigt die Zahl der Bäume etwas

Die Lübecker können noch bis zum 18. Januar ihre Weihnachtsbäume am Abfuhrtag der Biotonne gut sichtbar an die Straße legen. Sämtlicher Schmuck muss vorher aber entfernt werden. Ist die Tanne frei von Baumschmuck, wird sie geschreddert. "Da wird dann Kompost draus", sagte die Sprecherin der Entsorgungsbetriebe, Cornelia Tews. In der Hansestadt würden jährlich rund 150 Tonnen an Weihnachtsbäumen entsorgt.

In Flensburg sind es rund 85 Tonnen, Tendenz leicht steigend, wie Geoffrey Warlies vom Technischen Betriebszentrum sagte. "Die Bäume werden geschreddert und als Bioabfall behandelt." Die Entsorgung ist in der Stadt noch bis 17. Januar kostenlos. Danach werden bei Bäumen bis zwei Metern Länge 2,50 Euro fällig, bei größeren Bäumen sind es 5 Euro.

Auch gut als Brennstoff im Kraftwerk

In Neumünster können die Bürger ihre Bäume vom 7. bis 25. Januar kostenfrei entsorgen. Insgesamt 131 Sammelstellen gibt es dafür in der 80.000-Einwohner-Stadt. Die Bäume werden dann in eine mechanisch-biologische Aufbereitungsanlage gebracht, wo sie ebenfalls zu Kompost verarbeitet werden sollen. Und zerkleinerte Bäume werden auch zu Brennstoff für ein Kraftwerk.

Doch in anderen Bundesländern gibt noch weitere Verwendungen für ausrangierte Weihnachtsbäume: In München etwa presst man die Überreste teilweise zu Spanplatten. Anders als im Norden darf man in Cottbus seinen Baum nicht an einem bekannten Sammelplatz abstellen. Hier müssen die Bürger ihre Bäume individuell als Sperrmüll anmelden.

Gerade in kleineren Städten nutzen auch Pfadfinder die Chance, die Tannen abzuholen und sich durch Spenden etwas Geld in ihre Kasse zu spülen. Manchmal beteiligen sich auch die Jugendfeuerwehr oder andere Hilfsorganisationen.

Manche Bäume erfreuen jetzt die Elefanten

Bäume, die gar nicht erst verkauft worden sind, dienen als Spielzeug und Leckerbissen in verschiedenen Zoos: Für die Elefanten in Wuppertal oder Stuttgart ist die alljährliche Ration Tannengrün eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan, in Berlin und Frankfurt können sich auch Tiger-Vierlinge, Ziegen und Trampeltiere um die weihnachtlichen Überreste streiten. Auch der Frankfurter Nashornbulle Kalusho ist erklärter Fan des Grünzeugs. "Der nimmt es, um es im wahrsten Sinne zu sagen "auf's Horn". Und zum Schubbern", sagte die Sprecherin des dortigen Zoos.

Die Tierparks verwenden ausschließlich Bäume, die bei Händlern übrig geblieben sind. Der Grund: Überreste von Kerzenwachs, Lametta oder Glitzerspray tun keinem Tiermagen gut.

Tannengrün für Leibesübungen

In Rheinland-Pfalz wird der Weihnachtsbaum zum Sportgerät: Am Sonntag sollten bei der Weltmeisterschaft im Weihnachtsbaumwerfen in Weidenthal schon zum 13. Mal die Tannen durch die Luft fliegen. Die Teilnehmer messen sich dort traditionell in drei Disziplinen: Weit-, Schleuder- und Hochwurf. Der aktuelle Rekord liegt laut Veranstalter bei den Männern bei 25,01 Metern, bei den Frauen bei 15,95 Metern. Auch in Niedersachsen gibt es ähnliche Traditionen.

Forscher der Universität in Sheffield haben eine nützliche Verwendung der Bäume entdeckt, die bislang jedoch kaum praktisch umgesetzt wird: Der Stoff Lignocellulose, aus dem Tannennadeln zu 85 Prozent bestehen, kann durch ein spezielles Verfahren als Inhaltsstoff für Süßungsmittel oder nutzbar gemacht werden.

Von RND/dpa/pat

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