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Schleswig-Holstein Schwimmende Kunst auf Kreuzfahrtschiffen
Nachrichten Schleswig-Holstein Schwimmende Kunst auf Kreuzfahrtschiffen
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09:46 16.01.2017
Von Frank Behling
Sie ist ein echter Hingucker auf dem Sportdeck der „Mein Schiff 4": die rosarote Brille des Schweizer Künstlers Marc Mosers. Quelle: Frank Behling

Und somit sind an Bord der weißen Riesen ganze Kunstgalerien versammelt. Auf der „Mein Schiff 4“ zum Beispiel ließ die Reederei Tui Cruises 6000 Kunstwerke installieren. Wert: über drei Millionen Euro.

Zu den Pionieren der Branche gehört die Rostocker Reederei Aida Cruises. Vor genau zehn Jahren war es die „Aidadiva“, die als erstes Kreuzfahrtschiff eine Kunstgalerie im deutschen Markt einführte. Zunächst wurde das belächelt, inzwischen jedoch erkennen auch Kritiker den Marketing-Erfolg an.

Auf Deck 9 der „Aidadiva“ findet sich direkt am Übergang vom Theatrium zur Shoppingmall eine Bilder-Galerie. Doch nicht nur dort: Die Papenburger Meyer Werft installierte diese Galerie auf allen sieben Schiffen der Klasse. Zunächst war die Idee, dort Bilder des berühmten Aida-Kussmunds vom Rostocker Künster Feliks Büttner zu verkaufen. Schließlich ist der Kussmund, ergänzt durch gelbschwarze Augen und blaue Wellen, inzwischen Kult.

Lohnt sich die Präsentation auf See?

Doch bald folgten der Idee weitere Künstler. „Ein Kreuzfahrtschiff ist der ideale Ort für die Präsentation meiner Kunst. Hier kann ich Menschen meine Werke näherbringen, die in Warnemünde nie den Weg in mein Atelier finden würden“, sagt Rando Geschewski. Der 1963 in Berlin geborene Künstler ist seit 1995 freischaffend tätig. Seine Bilder kennzeichnen plastische Konturen: Mit der Rasierklinge schabt er Tusche und Ölfarbe von einer Folie, ähnlich der Arbeit eines Bildhauers.

Und der Umsatz? Der ist Künstlergeheimnis. Allerdings deutet der Ausbau der Galerien darauf hin, dass sich die Kunstpräsentation auf See allemal lohnt. Und sei es auch nur, weil sie die Bekanntheit steigert.

Bei den Bildern sind inzwischen auch ganz bekannte Namen zu finden. Udo Lindenbergs Werke hängen auf den Kreuzfahrtschiffen genauso, wie die Knollnasen des argentinischen Cartoonisten Guillermo Mordillo oder eben die Kusslippen von Feliks Büttner. Die Reederei Aida hat reagiert und die älteren Schiffe mit Galerien nachgerüstet. Seit 2013 haben alle Kussmundkreuzer eine Kunstgalerie an Bord.

Sogar Kunstführungen an Bord

Den Wert der Kunst an Bord hat auch die Reederei Tui Cruises ins Konzept aufgenommen. 2011 sorgte am Strand der dänischen Stadt Aarhus eine Skulpturenausstellung für Aufsehen: 60 Künstler zeigten sich bei dem Projekt „Sculpture by the Sea“. Der Hingucker im wahrsten Sinne des Wortes war die rosarote Brille des Schweizer Künstlers Marc Mosers. Gut vier Meter breit und drei Meter lang ist das Gestell mit dem Titel „Sea Pink“. Nach dem Ende der Aktion in Åarhus drohte der Skulptur der Weg ins düstere Depot. Doch dann kam Tui Cruises: Experten der Kunstberatung International Corporate Art (ICArt) hatten zusammen mit der Reederei das Konzept für die Kunst an Bord der „Mein Schiff 4“ entwickelt. Alle Kunstwerke und Künstler werden beschrieben. Es gibt sogar Kunstführungen.

Auf unterschiedlichen Decks sind beispielsweise die Holzfiguren mit den dicken Bäuchen und den ausdrucksstarken Augen von Kinderbuchautor, Illustrator und Bildhauer Jonas Kötz von der Elbinsel Krautsand zu finden. Die norwegische Fotografin Marianne Lind zeigt ihre Werkserie Free Falling: Silhouetten von jugendlichen Turmspringern in der Luft und beim Warten auf den Sprung. Das Kunstwerk erstreckt sich über 14 Decks. Im Klanghaus auf Deck 4 sind die Zeichnungen von Jorinde Voigt zu bewundern. Und die rosarote Riesenbrille auf dem Sportdeck ist natürlich der Hingucker.

Lange war das Projekt durch Verzögerungen und Pannen bestimmt worden, doch nun nähert sich Indienststellung der Fregatte 125: Mitten auf der Nordsee hat die Bundeswehr zusammen mit den Werften TKMS und Lürssen jetzt erstmals die neue Fregatte „Baden-Württemberg“ präsentiert.

Frank Behling 16.01.2017

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