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Schleswig-Holstein Nicht einfach drauflos ballern
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12:14 14.11.2014
Foto: Kinderbuchautor Andreas Steinhöfel verfasste "Rico, Oscar und die Tieferschatten".
Kinderbuchautor Andreas Steinhöfel verfasste "Rico, Oscar und die Tieferschatten". Quelle: Gunter Gluecklich
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Kiel

Herr Steinhöfel, was war bisher Ihr schönstes Erlebnis als Autor?

 Es ist mal bei einer Lesung für kleinere Kinder so ein etwa fünfjähriger Zwerg einfach aufgestanden, ist nach vorn gekommen und wollte auf meinen Schoß. War er wohl so gewöhnt, wenn er vorgelesen bekam. Da ging mir echt das Herz auf. Erstens, weil er mir einfach so vertraut hat, und zweitens, weil offenbar die Geschichten auch gut genug für ihn waren.

 Gibt es eine oder mehrere Personen, die Sie inspirieren?

 Sagen wir mal: Es gibt einen Autor, dessen Geschichten und Figuren, seine ganze Art zu schreiben, ich sehr schätze. Das ist Charles Dickens. Lange tot. Hatte ein ausgesprochenes Talent für die Darstellung skurril-liebenswerter Figuren. Falls du jemals David Copperfield von Dickens liest: Darin kommt die beste Frauen-Romanfigur aller Zeiten vor, Miss Betsey Trotwood. Ich hab mal überlegt, mir einen Hund zuzulegen, nur um ihn so nennen zu können.

 Haben Sie einen Rat für Menschen, die gerne Autor werden wollen?

 Bevor man mit dem Schreiben anfängt, sollte man sich überlegen, womit und wie man aufhören will. Also niemals einfach drauflos ballern. Da bleiben die meisten Leute stecken, sobald das erste Pulver verschossen ist. Wenn du weißt, wie du eine Geschichte beenden willst, hast du automatisch eine Richtung, in die du schreiben kannst.

 Waren Sie eigentlich auch mal am Filmset von „Rico, Oskar und die Tieferschatten“?

 Nein, das hat aus Zeitgründen einfach nicht geklappt. Und als ich zuletzt doch irgendeinen Termin hatte, zu dem es passte, bin ich krank geworden und konnte nicht hin.

 Wie fühlt es sich an, wenn das selbstgeschriebene Buch verfilmt wird – und auch noch mit einer solchen Starbesetzung?

 Was Stars angeht: Da hab ich keine große Ehrfurcht. Es gibt super nette und es gibt weniger nette, es gibt außerdem auch total beknackte - also nicht anders als im sonstigen Leben. Dass ein eigenes Buch verfilmt wird, ist hingegen etwas wirklich Tolles. Jedenfalls dann, wenn (wie bei Rico) ein Film rauskommt, der mir gefällt. Kann aber auch in die Hose gehen. Dennoch ist es witzig, zu sehen, dass irgendeine Idee, die dich mal bewegt hat, plötzlich so viel in Gang setzt, dass anderen Menschen deswegen ins Kino rennen.

 Wann haben Sie mit dem Schreiben angefangen?

 Das war 1990. Bis dahin hatte ich nie irgendwas geschrieben und wollte auch nicht Schriftsteller werden. Dann bekam ich zufällig ein Kinderbuch in die Finger. Das fand ich so doof, dass ich selber ein besseres schreiben wollte. Hab ich dann auch getan. Mein Buch hieß „Dirk und ich“ und ich schickte es an jenen Verlag, der das bewusste doofe Buch herausgebracht hatte. Dem Verlag gefiel es, man bot mir einen Vertrag als Autor an.

 Wann veröffentlichen Sie ihr nächstes Kinderbuch?

 Im Herbst 2014, ein Kinderbuch mit den Titel „Anders“.

 

Von Magda Ruffert, Klasse 9, Lilli-Nielsen-Schule Kiel