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Schleswig-Holstein Kieler Zeuge landete in Bayern in U-Haft
Nachrichten Schleswig-Holstein Kieler Zeuge landete in Bayern in U-Haft
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20:02 18.02.2019
Von Bastian Modrow
Die Mutter von Robin F. wittert Willkür der Bayerischen Behörden gegen ihren 23-jährigen Sohn. Er sitzt in Untersuchungshaft - wegen angeblicher Falschaussage und drohender Fluchtgefahr. Quelle: Privat
Kiel/Bamberg

Die Mutter des Auszubildenden spricht von einem Justiz-Skandal. Juliana F. ist außer sich: „Ich kann nicht fassen, was da in Bayern passiert“, sagt die Mutter. Seit Mittwoch vergangener Woche sitzt der 23-Jährige in der Justizvollzugsanstalt Bayreuth in U-Haft. Besuch von Angehörigen darf er nicht bekommen. „Ein erneuter Antrag ist abgelehnt worden“, berichtet Juliana F. Welche Vorwürfe man ihrem Sohn konkret macht, vor allem aber, weshalb die Staatsanwaltschaft erfolgreich einen Antrag auf Haftbefehl gestellt hat, weiß die Familie noch immer nicht.

Rückblick: Am frühen Morgen des 30. Juli 2017 gerieten zwei Gruppen junger Männer in Bamberg aneinander. Der zunächst verbale Streit eskalierte: Zwei damals 34 Jahre alte Männer wurden schwer verletzt. Eines der Opfer überlebte nur knapp. Erst ein Jahr später kann die Polizei zwei Männer ermitteln, die für die Attacke verantwortlich sein sollen. Die Staatsanwaltschaft erlässt Haftbefehl, im November 2018 erhebt sie Anklage wegen versuchten Totschlags.

Robin F. wurde Zeuge der Schlägerei

Robin F., der eine Ausbildung zum Koch in Plön absolviert, war nach Aussage seiner Mutter Zeuge der Auseinandersetzung. „Er hatte in Bamberg auf der Durchreise nach Italien eine Freundin besucht, war weder vorher noch nachher wieder dort“, berichtet Juliana F. In besagter Nacht sei er mit seiner Bekannten im Amüsierviertel unterwegs gewesen. „Mir berichtete er, er habe den Streit der Gruppen beobachtet und schlichtend auf die Kontrahenten eingewirkt, danach nur noch aus der Entfernung gesehen, dass es zu einer Schlägerei gekommen sei.“

Koch-Azubi sitzt in Untersuchungshaft

Nach seiner Aussage bei der Polizei hört Robin F. nichts mehr von dem Fall – bis am Montag vergangener Woche Beamte der Kieler Kripo vor seiner Tür stehen und ihm die Ladung als Zeuge zum Prozess gegen die beiden Tatverdächtigen überreichen. „Er sollte bereits am 13. in Bamberg aussagen“, erklärt seine Mutter. Am besagtem Tag meldet sich nachmittags die Polizei Bamberg bei ihr und teilt mit, dass der 23-Jährige festgenommen worden sei, weil er eine Falschaussage vor Gericht gemacht habe, die Staatsanwaltschaft Verdunkelungs- und Fluchtgefahr fürchte.

Seitdem herrscht Funkstille. Besuchen darf sie ihren Sohn eigenen Worten zufolge nicht. Sie spricht von Willkür: „Robin ist bereits der fünfte Zeuge in dem Verfahren, der in U-Haft genommen wurde, auch seine Bekannte wurde festgenommen.“ Juliana F. beschreibt ihren Sohn als „friedliebend“ und „besonnen“. Auch bei der Polizei in Schleswig-Holstein ist der 23-Jährige unbekannt.

Das Landgericht Bamberg wollte sich am Montag nicht zu dem Fall äußern. Der für das Verfahren zuständige Sprecher der Staatsanwalt war für unsere Zeitung wegen einer Sitzung nicht erreichbar.

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