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Schleswig-Holstein Eltern von Yad fechten Freisprüche an
Nachrichten Schleswig-Holstein Eltern von Yad fechten Freisprüche an
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11:55 31.01.2020
Von Thomas Geyer
Die Eltern des ertrunkenen Jungen (6), hier mit ihrem Rechtsanwalt Müshab Özyigit (links), fechten den Freispruch gegen drei Erzieherinnen aus Bad Bramstedt an. Quelle: Thomas Geyer
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Neumünster/Bad Bramstedt

Die Eltern des im Juni 2016 bei einem Badeausflug in Bad Bramstedt ertrunkenen Yad (6) fechten die Freisprüche für die Kita-Betreuerinnen ihres Kindes an: Wie ein Gerichtssprecher auf Nachfrage von KN-online bestätigte, haben die Nebenkläger Berufung gegen das Urteil des Amtsgerichts Neumünster vom 17. Januar 2020 eingelegt.

Damit muss der Prozess um fahrlässige Tötung gegen die drei Mitarbeiterinnen des Bad Bramstedter Kindergartens neu aufgerollt werden. Wann die Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Kiel beginnt, ist offen.

Lesen Sie auch:Freibad Bad Bramstedt - Junge trieb leblos im Wasser

Die Freisprüche für die mitangeklagten Bademeister des  Freibads "Roland Oase" in Bad Bramstedt sind dagegen rechtskräftig. Die Nebenklage richtete sich nur gegen die Betreuerinnen.

Amtsgericht Neumünster sprach die Angeklagten frei

Das Amtsgericht Neumünster hatte im Januar nach dreitägiger Beweisaufnahme alle fünf Angeklagten freigesprochen, nachdem der Versuch einer Verständigung auf eine Einstellung des Verfahrens zwischen den Betreuerinnen und den Eltern des Jungen gescheitert war. Auch die Anklage hatte am Ende auf Freispruch plädiert.

Die drei Kindergärtnerinnen hatten den Nebenklägern gemeinsam 10.000 Euro Schmerzensgeld angeboten. Die Eltern schlugen dies aus und bestanden auf einem Urteil. Auf Freispruch erkannte das Amtsgericht laut Urteilsbegründung, weil sich nicht aufklären ließ, welche der drei Angeklagten damals für die Aufsicht des sechsjährigen Jungen zuständig war.

Eine Zuteilung der einzelnen Kinder habe es gegeben, sagte der Richter. Doch im Prozess machten alle drei Betreuerinnen von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Eine damals am Badeausflug beteiligte Praktikantin konnte sich nach eigenen Angaben nicht mehr erinnern.

Ertrunkener Junge konnte kein Deutsch

Der erst seit zehn Tagen zur Kindergruppe gehörende Yad konnte kein Deutsch. Er konnte nicht schwimmen und besaß nicht einmal eine eigene Badehose. Seine Eltern wollen über den Ausflug in die „Roland Oase“ nicht informiert worden sein.

Eine Einverständniserklärung für die Teilnahme konnte der Kindergarten nicht vorlegen. Am Tag der Urteilsverkündung wäre der Junge zehn Jahre alt geworden.

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