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Schleswig-Holstein Falschparker blockieren E-Ladesäulen
Nachrichten Schleswig-Holstein Falschparker blockieren E-Ladesäulen
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10:05 09.11.2019
Von Anne Holbach
Das Kieler Ordnungsamt kontrolliert täglich die Parkflächen vor den E-Ladesäulen - und muss viele "Knöllchen" schreiben. Quelle: fpr: Frank Peter
Kiel

„Wir haben nahezu täglich mit zugeparkten Ladesäulen zu tun“, sagt ein Sprecher der Stadt Kiel. Das Ordnungsamt kontrolliere regelmäßig die Parkplätze an Ladesäulen und werde auch auf Anforderung tätig, wenn sich Betroffene melden. Wer dort unerlaubt steht, muss mit einem Verwarnungsgeld von 15 Euro rechnen. Wird der Wagen abgeschleppt, kostet das rund 160 Euro.

Umweltministerium empfiehlt farbige Kennzeichnung

Das Kieler Umweltministerium empfiehlt den Kommunen eine deutliche farbige Kennzeichnung der Parkflächen, um versehentliches Falschparken zu minimieren. „Wer es nicht sehen will, der sieht es auch nicht“, sagt Hartmut Gieske vom Bad Segeberger Ordnungsamt. „Das ist auch beim Halteverbot so.“ Zwar komme es vor, dass die Ladestationen zugeparkt seien, ein erhöhtes Problem gebe es damit in Segeberg aber nicht.

SPD und Grüne fordern mehr Kontrollen

Kai Vogel, SPD-Verkehrspolitiker im Landtag, ist der Ansicht, dass die Städte „unbedingt“ ordnungsrechtlich schärfer durchgreifen müssten. Auch sein Kollege Andreas Tietze (Grüne) sagt, dass dem Missbrauch Einhalt geboten werden müsse. „Hierzu sind technische Lösungen denkbar, aber auch stärkere Kontrollen.“

In vielen Städten wie Eckernförde oder Rendsburg stehen die Säulen allerdings vor allem auf Parkplätzen von Supermärkten, Einkaufszentren oder Stadtwerken, so dass sie nicht vom Ordnungsamt überwacht werden. Auch in Neumünster gibt es laut Angaben der Stadt nur eine Ladestation im öffentlichen Verkehrsraum. Die Station am Kuhberg werde täglich kontrolliert.

In Plön parken E-Autos kostenlos, die anderen bezahlen

In Plön besteht ein Kampf um Parkraum. Dort dürfen Elektroautos drei Stunden kostenlos am Stadtgraben parken, für andere Autofahrer kostet das 50 Cent pro halbe Stunde. Auf den für E-Autos reservierten Plätzen stehen regelmäßig konventionelle Pkw, das wird mit zehn Euro Strafe geahndet.

„Wir dürfen nicht die unterschiedlichen Antriebsarten gegeneinander ausspielen“, warnt Oliver Kumbartzky (FDP). „Die Lage würde sich entspannen, wenn es mehr öffentliche Ladesäulen und auch mehr Parkplätze geben würde.“ Auf die 3090 reinen Elektroautos und 9807 Hybride in Schleswig-Holstein kommen bislang laut Bundesnetzagentur 475 Stromtankstellen.

Landes-Förderprogramm für Ladesäulen stößt auf EU-Bedenken

Bund und Autoindustrie wollen in den kommenden zwei Jahren 50.000 zusätzliche Ladesäulen im öffentlichen Raum aufstellen. Das Land will ein millionenschweres Förderprogramm für mehr Stromtankstellen auf den Weg bringen. Dafür muss Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) aber erst einmal nacharbeiten. Die Richtlinie befindet sich bei der Europäischen Union zur Notifizierung. Die EU-Kommission hat laut „Lübecker Nachrichten“ aber in einem sechsseitigen Schreiben Bedenken geäußert und Rückfragen gestellt.

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