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Schleswig-Holstein Fall Rohullah: Grote blitzt beim Bund ab
Nachrichten Schleswig-Holstein Fall Rohullah: Grote blitzt beim Bund ab
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17:55 24.07.2019
Von Bastian Modrow
Das Bundesamt  bleibt dabei: Rohullah soll nach Norwegen zurückkehren. Er befindet sich seit Februar im Kirchenasyl in Kiel. Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) scheiterte mit seinem Versuch, eine Ausnahmeregelung für den 19-jährigen Afghanen zu erwirken. Quelle: Frank Peter
Kiel

„In Absprache mit Staatssekretär Hans-Georg Engelke vom Bundesinnenministerium habe ich den Fall heute mit dem Präsidenten des Bamf noch einmal eingehend und ausführlich in einem Telefonat besprochen und meine Einschätzung dargestellt", sagte Innenminister Hans-Joachim Grote am Mittwoch zu KN-online. Sommer habe ihm mitgeteilt, dass es zwischen dem Bundesamt und den zuständigen Behörden in Norwegen ein Gespräch über den Fall Rohullah gegeben habe.

"Das Bamf bleibt bei seiner getroffenen Entscheidung und verweist unter anderem darauf, dass für den 19-Jährigen auch in Norwegen ein demokratisches und rechtsstaatliches Verfahren gewährleistet ist", sagte Grote. Der Entscheidung des Bamf habe sich ausdrücklich auch Staatssekretär Engelke angeschlossen. "Die Entscheidung des Bundesamtes werde ich respektieren“, sagte der Minister.

Rohullah ist homosexuell - dafür droht ihm der Tod

Vor zwei Wochen hatte KN-online über Rohullah berichtet, der als 14-Jähriger aus seiner Heimat geflohen war und bis Herbst 2018 in Norwegen gelebt hatte. Dann war allerdings sein Asylantrag abgelehnt worden. Anders als Schleswig-Holstein schiebt Norwegen Migranten wieder nach Afghanistan ab. Dort hätte dem 19-Jährigen schlimmstenfalls der Tod gedroht: Der Afghane ist homosexuell.

Nach der weiteren Flucht im Herbst 2018 hatte auch das Bamf den Asylantrag des Flüchtlings abgelehnt und im Zuge des Dublin-Abkommens seine Rückführung nach Norwegen angeordnet. Als letzten Ausweg war Rohullah im Februar in Kiel ins Kirchenasyl gegangen. Dort wird er nun auch mindestens bis August 2020 bleiben müssen. Dann läuft die gesetzliche Frist für die Dublin-Ausweisung ab und er kann erneut in Deutschland einen Asylantrag stellen.

Grote suchte nach einer humanen Lösung für Rohullah

Das drohende Schicksal hatte nach der Berichterstattung von KN-online Innenminister Grote sehr bewegt. Er hatte versucht, für den jungen Flüchtling eine humane Lösung zu finden. Sein Ersuchen war vom Bamf allerdings abgelehnt worden. Anfang der Woche kündigte der Minister trotz seines Sommerurlaubs an, mit seinem Bundeskollegen Seehofer und Bamf-Chef Hans-Eckhard Sommer sprechen zu wollen. Seehofer befinde sich laut Hans-Joachim Grote allerdings zurzeit ebenfalls im Sommerurlaub.

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