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Schleswig-Holstein Bangen um den Saisonstart der Elbfähre
Nachrichten Schleswig-Holstein Bangen um den Saisonstart der Elbfähre
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11:00 15.04.2019
Von Anne Holbach
Foto: Nachdem die Elb-Link-Verbindung im Jahr 2017 eingestellt wurde, sollte ab diesem Mai mit der Elbferry ein neuer Liniendienst zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven an den Start gehen. Noch ist die Finanzierung für das Schiff aber nicht in trockenen Tüchern.
Nachdem die Elb-Link-Verbindung im Jahr 2017 eingestellt wurde, sollte ab diesem Mai mit der Elbferry ein neuer Liniendienst zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven an den Start gehen. Noch ist die Finanzierung für das Schiff aber nicht in trockenen Tüchern. Quelle: Axel Heimken/dpa (Archiv)
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Brunsbüttel/Cuxhaven

Für den Kauf der LNG-Fähre „Fanafjord“ aus Norwegen hoffen die Investoren auf eine Landesbürgschaft von Niedersachsen. Laut Medienberichten war vor Kurzem ein Termin in Hannover hierzu geplatzt. Der Elbferry-Geschäftsführer Heinrich Ahlers bestätigte das auf Anfrage. „Die Gespräche zwischen den Investoren und den Banken laufen aber nach wie vor“, so Ahlers. Bei der Frage, ob der zuletzt angekündigte Starttermin Anfang Mai zu halten sei, verwies er an den Investor. Laut Udo Siegmund vom Mehrheitsgesellschafter Green Cruisers sei das Projekt „auf einem guten Weg“. Mehr wolle er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

Man könne nur abwarten

„Wir wünschen uns die Fährverbindung sehr“, so Brunsbüttels Bürgermeister Martin Schmedtje. Sowohl der Einzelhandel und der Tourismus als auch die Industrie in der Region würden von der Anbindung profitieren. „Wir können im Moment nur abwarten“, sagt Schmedtje. Seine Stimmung habe sich aber in den vergangenen Wochen „deutlich eingetrübt“. Ursprünglich wollte Elbferry mit einer Flüssigerdgas-Fähre bereits im April den Betrieb aufnehmen.

Vorvertrag bereits unterzeichnet

Kaufen will die Elbferry GmbH die bis zu 21 Knoten schnelle „Fanafjord“. Ein Vorvertrag soll bereits unterzeichnet sein. Im Jahresbericht des jetzigen Besitzers, der norwegischen Verkehrsgesellschaft Fjord1, heißt es, der Verkauf der „Fanafjord“ sei am 13. März abgeschlossen worden. In den Büchern sind die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte mit 173,5 Millionen Kronen beziffert, das entspricht etwa 18 Millionen Euro. Das LNG-Schiff verkehrte zuletzt zwischen Halhjem und Sandvikvåg.

Noch ist die Fähre nicht neu registriert. Künftig soll sie unter deutscher Flagge fahren und den Namen „Elbeexpress“ tragen. Die Fähre soll von fünf bis 20 Uhr zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel pendeln und die Strecke innerhalb einer Stunde zurücklegen. Die rund 130 Meter lange „Fanafjord“ wurde 2007 in Norwegen gebaut und hat Platz für 600 Passagiere. Auf die zwei Autodecks passen 212 Pkw und fast 28 Lkw.

Austausch mit Niedersachsen

Schleswig-Holstein ist laut Wirtschaftsministerium mit dem Nachbarland über die Zukunft der Fährverbindung im Austausch. Es sei im Rahmen des EU-Beihilferechts möglich, den Erwerb des Schiffes mit einer Landesbürgschaft abzusichern. „Was es aber nicht gibt, ist, dass der Steuerzahler den Fährbetrieb subventioniert“, so ein Sprecher des Ministeriums. Weil der Sitz der Reederei in Cuxhaven liegen soll, sei Niedersachsen als Bürge gefragt. Das Wirtschaftsministerium in Hannover wollte sich zum Stand in dieser Sache nicht äußern und verwies auf die Vertraulichkeit der Verhandlungen. Im Allgemeinen gelte, dass das Land Bürgschaften zur Besicherung von neu zu gewährenden Krediten übernehme, bei „volkswirtschaftlich förderungswürdigen und betriebswirtschaftlich vertretbaren Maßnahmen, die im Interesse des Landes liegen, sofern ausreichende Sicherheiten nicht zur Verfügung stehen“.

2017 zuletzt gescheitert

Es sind bereits mehrere Versuche gescheitert, den Fährverkehr zwischen den beiden Städten wiederzubeleben. Vom 1969 bis 1981 bediente die Hadag mit zwei Fähren die Strecke. 1999 versuchte der Bremer Reeder Egon Herbert Harms, die Verbindung mit drei Fähren aufrechtzuerhalten. Die Linie musste aus wirtschaftlichen Gründen 2001 wieder eingestellt werden. 2015 hatte Elb-Link einen neuen Anlauf gewagt und musste den Dienst zwei Jahre später wieder einstellen, weil sich der Betrieb nicht rechnete.

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Ulf Billmayer-Christen 15.04.2019